Schönfels bei Heitenried FR: eine imposante Burgstelle im SW der Grasburg

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Achtung: Es gibt auch ein Schloss Schönfels bei Zwickau in Sachsen.


Die Burgstelle Schönfels im LIDAR-Bild


Der Graben von Schönfels von SW

Foto: Autor, 5.8.2017


Die innere Grabenwand N (links) und S (rechts)

Deutlich sind Mauerspuren über der abgeschroteten felsigen Grabenwand zu erkennen.

Fotos: Autor, 5.8.2017


Allgemeines

Die Burgstelle Schönfels liegt über dem linken Steilufer der Sense, nordöstlich von Heitenried FR.

Das Objekt ist bekannt, aber es liegt im übertragenen Sinne im Schatten der Grasburg BE, in Luftlinie nur 250 Meter Richtung SW entfernt.

Doch ähnlich wie Ober Maggenberg bei Alterswil fristet Schönfels gegenüber der Grasburg eine Art Mauerblümchen-Existenz: Man kennt die Anlage, aber sah bisher keinen Anlaß, irgendwelche Vergleiche zwischen diesen steinernen Burgen anzustellen. Das gilt auch für die Riedburg, nördlich der Grasburg am Abhang des Schwarzwassergrabens.

Beschreibung

Die Burg Schönfels ist auf einem felsigen nach Osten gerichteten Sporn angelegt und gegen Westen durch einen zehn Meter tiefen und breiten Graben abgetrennt. Letzterer ist im unteren Teil in den Sandstein gehauen.

Das Burgplateau hat im westlichen Teil eine deutliche Erhebung, die einen abgetragenen rechteckigen Turm andeutet.

Die burgseitige Grabenwand zeigt im nördlichen und südlichen Teil geringe Mauerspuren.

Rekonstruktion

Schönfels war eine Steinburg und bestand aus einer offenbar ehemals mächtigen Schildmauer, welche das Plateau gegen Westen abschloß.

Der Bergfried auf dem Burgareal war sicher recht hoch, denn er überragte zweifellos die Mauer gegen den Graben. Die Masse des Turms müssen ungefähr 8 x 11 Meter gewesen sein, wobei die Längsachse in ostwestlicher Richtung verläuft.

Aus den Befunden kann man erahnen, daß Schönfels eine nicht sehr große, aber imposante Burganlage gewesen sein muß.

Doch im Unterschied zur Grasburg diente der Wehrbau nach der klassischen Burgenzeit nicht als Landvogteisitz. Also wurde die Steinburg – offenbar noch im ausgehenden 18. Jahrhundert – vollkommen abgetragen.