Die Burgstelle Ober Maggenberg (Gemeinde Alterswil FR)

 Eine große Wehranlage über dem linken Sense-Ufer und ihre Geheimnisse.


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Vergleiche auch den Artikel über das Erdwerk Nieder Maggenberg bei Tafers.


Ober Maggenberg

Prospect und Rudera am Sensen-Fluß, Canton Freyburg

Kupferstich von David Herrliberger aus der Topographie helvétique, datiert "1752", tatsächlich etwa gegen 1790 anzusetzen.


Ober Maggenberg: Ansicht des Turms

Lithographie von Johann Friedrich Wagner, um 1840


Ober Maggenberg: Ansicht des Turms

Foto von 1936

aus: Heribert Reiners: Die Burgen und Schlösser des Kantons Freiburg, Basel 1937; 1. Teil, 111


Ober Maggenberg: Detail-Ansicht des Turms

Foto: Autor, 16.6.2011


Ober Maggenberg bei Alterswil FR: Plan der Burgstelle

Äquidistanz der Höhenkurven: 1 m

Die Spuren der Steinausbeutung auf den Südseiten der beiden Burghügel sind auf diesem Plan wegretouchiert. Die abgetragenen Bereiche sind jedoch gestrichelt dargestellt.

Der Burgturm steht auf dem östlichen Burgplateau bei Punkt 887.

Nördlich des Bergfrieds war das Plateau gegen Westen durch einen Wall abgeschlossen, der am Nordende noch deutlich sichtbar ist.

Im Grundriß der Anlage ist deutlich eine Tierfigur zu erkennen.


Beschreibung der Burgstelle

Ober Maggenberg liegt auf einem markanten, teilweise sehr felsigen und abschüssigen Sporn über dem linken Ufer der Sense, südöstlich von Alterswil und nordöstlich des Weilers Wengliswil.

Bekannt ist die Burgstelle durch einen gut erhaltenen quadratischen Wehrturm von 9 Metern Seitenlänge und einer Mauerdicke von 1,4 Metern. Dieser ist anfangs der 1950er Jahre und wieder in den 1990ern gesichert und teilweise restauriert worden.

Der Turm ist durch einen auf der Südwestseite in den Sandstein gehauenen Graben von einem länglichen Burgplateau getrennt.

Der Graben wurde in den Sandsteinfelsen gehauen und diente zur Beschaffung des Baumaterials für den Turm.

Später wurde der Steinabbau fortgesetzt. Der Graben wurde gegen den Steilabsturz zur Sense zu einem Steinbruch erweitert. Dadurch wurde auch eine Ecke des Burgplateaus angeschnitten.

Auf dem länglichen Burgplateau standen innerhalb einer Ringmauer ein Palas und vielleicht noch andere Bauten. Die Mauern dort sind vollständig verschwunden und nur durch alte Abbildungen in etwa zu rekonstruieren.

Nordöstlich unterhalb des Turms ist bei der Restaurierung ein großer Sod oder eine Zisterne ausgegraben worden.

Gegen Osten fällt das Turm-Plateau in zwei markanten Stufen ab, bevor der endgültige Steilabsturz kommt. Dieser Gelände-Schnabel gehörte sicher zur Anlage.

Das längliche Burgplateau fällt gegen Nordwesten etwa 7 Meter in einen noch gut erkennbaren geradlinigen Graben ab.

Daran schließt sich ein gegen die gleiche Himmelsrichtung geneigtes Plateau an. Dieses fällt in einer wohl künstlich verstärkten Böschung ab. Vor dieser kann ein ehemaliger Graben vermutet werden. Von dem ist aber nichts erhalten.

Vor der Böschung gibt es zwei natürliche Hindernisse: auf der Westseite das Ende einer zum Sensegraben hinabführenden Runse, gegen Osten ein zum gleichen Fluß hinabführender Bach.

Durch zwei Zufahrtswege ist das große nordöstliche Vorplateau an zwei Stellen angeschnitten, aber nicht wesentlich beeinträchtigt.

Der Burgplatz wurde 1927 durch den Heimatkundeverein des Sensebezirks erworben und wird seither durch diesen unterhalten.

So groß die Burganlage mit ihren Vorwerken ist, eine besondere strategische Bedeutung kann man aus dem Ort nicht erkennen: Nur ein Jägerpfad führt zur Sense hinunter. Der Burgplatz ist fast 150 Meter über dem Fluß gelegen. Auf der gegenüber liegenden Berner Seite gibt es keinen Aufgang.

Man muß annehmen, daß der Platz wegen anderer Vorzüge ausgewählt wurde.

Die Geschichte der "Ritter von Maggenberg" ist nichtig; Die Dokumente sind alle von der Geschichtsfälschung des 18. Jahrhunderts hergestellt worden.

Der Ortsname Maggenberg

MAGGEN-Berg gehört zur gleichen Namensgruppe wie MAGG(EN)-lingen und MEGGEN. Dahinter steht das hebräische ma'qom = (heiliger) Ort.


21.6.2011, ff.