Die Höhenburg auf der Gisnaufluh (Gysnaufluh) bei Burgdorf

Ein Krokodil (oder ein Seepferdchen) wacht über Burgdorf


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Die Burgstelle auf der nördlichen Gisnaufluh oberhalb von Burgdorf

Äquidistanz der Höhenkurven: 1 m

Plan: Autor, 2020

Die 42°-Nordost-Linie von La Feyla verläuft über den Graben im Osten.

Der Burghügel ist hier intakt gezeichnet, ohne die heutigen Störungen durch Raubgrabungen.


Die Figur eines Krokodils findet sich zum Beispiel auch in Schwäbisch Hall und in Hamburg.


Krokodil aus der Cosmographia von Sebastian Münster


Ein Seepferdchen aus der Cosmographia von Sebastian Münster


Die nördliche Gysnaufluh bei Burgdorf

Foto: Autor, 13.9.2016


Lage und Beschreibung

Burgdorf im Emmental liegt auf der linken Seite der Emme.

Das rechte Ufer neben der Stadt wird durch die schroffen Steilwände der Gysnauflühe oder Gisnauflühe eingefaßt. Diese überragen das Flußufer um etwa hundert Meter.

Auf dem Sporn des nördlichen Felskopfs der Gysnaufluh (Gisnaufluh) findet sich eine Erdburg.

Den zentralen Teil des Sporns nimmt ein rundlicher Burghügel, eine Motte von ungefähr sechs Metern Höhe ein.

Die Motte ist heute durch Schatzgräberei gestört, weil man sie für einen Grabhügel hielt.

Hinter dem Burghügel gegen Westen erstreckt sich ein längliches, schnabelförmiges Plateau.

Gegen Osten wird die Motte durch einen kleinen halbkreisförmigen Graben geschützt.

Etwa vierzig Meter östlich trennt ein geradliniger Wall mit einem davor liegenden Graben den Sporn von Osten ab.

Die Orientierung von Wall und Graben folgt einem Himmelswinkel von ungefähr 40° NE – also etwa jenem Winkel, den wir im folgenden Abschnitt ansprechen werden.

Die Erdburg ist als Ganzes gut erhalten. Einzig im Süden schneidet ein neuer Weg die Anlage leicht an.

Die Gysnaufluh auf einer Linie von Höhenburgen

Der Autor hat schon vor längerer Zeit eine alte Landvermessung in der Schweiz entschlüsselt. Diese Vermessung basiert auf der „keltischen“ Meile oder Leuge mit 2225 Metern und folgt bestimmten, von den Sonnenständen abgeleiteten Himmelswinkeln.

In diesem System liegen die Höhenburgen von La Feyla bei Le Mouret FR, dem Bantiger oberhalb von Bolligen und der Gysnaufluh bei Burgdof auf einer Linie von 42° NE, einem Himmels-Winkel, der häufig anzutreffen ist: Dieser stellt eine Drittelung der Sonnenwendachse von 126° SE dar.

Die Rechnung stimmt:

La Feyla N Gisnaufluh (Graben oder Wall S):

Orientierung: 42° NE - Distanz: 50050 Meter (= 22.5 Meilen oder Leugen)

(1 Meile/Leuge = 2225 m)

Die 42° NE-Linie läßt sich weiterziehen: Grimmenstein bei Wynigen liegt darauf, ferner Freudenau im Aargau.

Überlegungen zum Ortsnamen

Der namensbildende Teil in Gysnauflüh ist GIS, zu ergänzen als GISEN, entvokalisiert GSM oder CSM. Es gibt in der Schweiz die Ortsnamen GIS-Wil, GIS-ikon und GYSEN-Stein, aber auch KIESEN. - In Deutschland ist die Stadt GIESSEN zu erwähnen.

Giessen ist auch ein Flußname. Bekannt ist die GIESSEN, ein Nebenflüßchen der Aare bei Belp.

Dahinter steht das hebräische kiss'e = Thron, das auch namensgebend wurde für Küsnacht und Küssaburg.

Selbstverständlich hat auch das deutsche Verb giessen diesen Ursprung.


1.7.2016/2.2020