Der Schalenstein auf Flühboden (Gemeinde Bolligen, Kanton Bern)

Ein wenig bekannter, aber für die Vorgeschichte Berns wichtiger Findling im Nordosten der Stadt.


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Der erratische Block auf Flühboden wird auch erwähnt in dem Buch:

Die Ursprünge Berns. Eine historische Heimatkunde Berns und des Bernbiets. Mit besonderer Berücksichtigung der Burgen und mit einem autobiographischen Anhang (2013).


Der Schalenstein Flühboden

Aufnahme: Autor, 1997

Koordinaten: 606'620/205'807


Der Schalenstein auf dem Flühboden

Aufnahme: Autor, 15.8.2012

Der Vergleich der beiden Fotos in 15 Jahren Abstand zeigt, daß die Umgebung des Blocks ungefähr gleich geblieben ist.


Der Findling auf dem Flühboden

Der erratische Block, von dem hier gesprochen wird, liegt auf einer Flühboden (Flüeboden) genannten Waldflur nordöstlich von Bern, am äußersten nordöstlichen Rand der Gemeinde Bolligen, an der Grenze zu Mattstetten. Der Hügelzug bildet die Fortsetzung des Grauholzbergs.

Beschrieben ist der erratische Block in dem Buch von Karl Ludwig Schmalz: Namensteine und Schalensteine im Kanton Bern (Bern 1988).

Der auf 740 m Höhe liegende Findling ist vom Gestein her ein Prasinit, gut 2 m lang und etwa 1,6 m breit.

Schmalz hat den Block 1958 als Schalenstein erkannt und zählte auf der Oberfläche des Flühboden-Blocks 8 einwandfreie, 20 deutlich und 11 unsichere Schalen.

Der Verfasser dieses Artikels hat den Stein auf Flühboden als wichtig für die keltische Landvermessung der Region Bern erkannt und in mehreren Publikationen erwähnt.

Besonders sei darauf hingewiesen, daß der Flühboden-Block ein Element des sogenannten Doppelquadrats von Bern darstellt:

Die Schmalseite gegen NW, die von der Keltenschanze im Bremgartenwald und der Arena auf der Engehalbinsel gebildet wird, läßt sich mit dem Himmelswinkel von 61° NE mindestens bis zu dem Block weiterziehen:

Arena - Flühboden: 61° NE, 6470 m

Diese Linie ließe sich durch die ganze Schweiz, vermutlich durch ganz Europa ziehen. - Und auch andere Himmelswinkel der alten Landvermessung führen sicher über diesen interessanten und schönen Schalenstein am äußersten Rand des Grauholzbergs.

Bei dieser Gelegenheit soll darauf hingewiesen werden, daß es in der Umgebung des genannten Schalensteins viele Findlinge gibt.

Und östlich anschließend - auf dem Mattstettenberg - sind drei weitere Schalensteine zu finden.

Bei einem Stein ist 2005 die Oberfläche von Vandalen zerstört worden:

Vergleiche: Die Zerstörung des Schalensteins Mattstettenberg I