Abyss of time

Kritische Bemerkungen zur geschichts- und chronologiekritische Webseite von Jef Demolder

Startseite: www.dillum.ch

Ein sehr guter Post über die fiktive Geschichte der Tempelritter (18.11.2019)

Die Geschichte der Tempelritter ist falsch. Es ist dies eine typische Geschichtserfindung. Und die vielen Bücher über diesen sagenhaften Templerorden bestätigen nur die konventionelle Geschichtsauffassung:

Many authors have tried to earn money doing as if they were revealing great, dark, very important mysteries connected to the Knights Templar. The truth is that there is nothing of more than literary value in the publications of the kind "Holy blood, Holy grail", "Da Vinci Code", "The Templars and the Shroud of Christ", the "Templars/Freemasons", "the Scottish connection", "the mysteries of the Temple Treasure and the Holy Grail", "the Templar Revelation: Secret Guardians of the True Identity of Christ", "the Templars and the Cathars". In no way, you will come closer to the real mysteries of history by wasting time on stuff like this.


Unterdessen hat Demolder seine chronologischen Auffassungen wieder geändert:

Adjusting my concept of chronology (28.9.2019)

Jetzt vertritt Demolder die Auffassung, dass die grosse erdgeschichtliche Katastrophe ins 17. Jahrhundert zu setzen sei und man eine Wiederinstandsetzungsperiode (recovery period) bis ungefähr 1750 annehmen müsse.

Auch setzt Demolder nun den pompejanischen Vesuvausbruch ins Jahr 1631.

Demolder möchte seine chronologischen Auffassungen den meinen annähern, aber er glaubt immer noch an feste Zeitstellungen. Und immer noch spukt in ihm der Sparren von einer grossen Katastrophe.

**********************************************************

Neu (9.2019): Jef Demolder und seine gespaltene Auffassung der historischen Chronologie

Dem Autor (Ch.Pf.) weiss seit langem, dass Demolders Auffassungen von Geschichts- und Chronologiekritik gespalten oder inkohärent sind.

Einerseits folgt er genau meiner Erkenntnis, nämlich dass die Geschichte erst mit der Französischen Revolution festen Boden bekommt. Aber noch bis zum Ende der Napoleonischen Zeit sind etliche Ereignisse der europäischen Geschichte unklar. Demolder nennt als diskutabel die ägyptische Expedition von Napoleon und dessen Russlandfeldzug.

Demolder zweifelt wie ich an der Geschichtlichkeit des realen Napoleon. Sicher sei nach ihm nur die mythische Gestalt:

In the case of demigods like Napoleon Bonaparte, the two layers are linked in the same person. The effects are very strange. From the human point of view, the entire Napoleon era  is very well documented, in detail, for every country in which Napoleon has been active. And at the same time, Napoleon and his "rationale" remain a complete mystery, as the divine side is not documented at all. With events like the Egyptian or the Russian campaign of Napoleon, it is like with the pyramids of Cheops. There is no lack of visibility, they fill our field of vision, and yet we do not understand them at all.

(June 30)

Anderseits kann es Demolder nicht lassen, erdgeschichtliche Katastrophen in der Vorzeit mit genauen Zeitangaben zu postulieren.

So glaubt er an eine erste Katastrophe in der Zeit "um 900 bis 1000 AD".

Und nachher hält er für eine zweite Katastrophe "um 1350 AD". Die Bibel und die anderen älteren Schriftwerke seien danach entstanden.

In my opnion, the first catastrophe has to be situated between what is now the years 900 to 1000, and I continue to date the second catastrophe in 1350. When the Bible was written, after 1350, the flood was already far away, and all the other stories are about the second catastrophe.

(August 24)

Der Kritiker wendet ein:

Gab es eine menschliche Kultur vor 900 - 1000 AD?

Und soll die "klassische Antike", also die Griechen und Römer, in der ca. 400-jährigen Zwischenzeit zu setzen sein?

Demolders Geschichtsbild ist verzogen. Einerseits erkennt er die überlangen Zeiten, welche die erfundene Geschichte postuliert. - Anderseits will er diese nicht wirklich beseitigen, sondern mit Inhalten füllen.

Aber in der Vorzeit, die ich vor gut 400 Jahren vor heute beginnen lasse, sind alle Zeitangaben und Inhalte irrelevant.

Übrigens: Von wo hat Demolder diese absurden Zeitstellungen? Hoffentlich nicht von Gunnar Heinsohn


Einführung

Seit anfangs 2018 existiert die Webseite von Jef Demolder mit dem Namen

Abyss of time

Erst vor kurzem (11.18) bin ich durch einen Hinweis auf diesen Blog gestossen.

Der Inhalt der Seite ist allerdings interessant und deckt sich in vielem mit meinen Anschauungen.

Aus dem Nichts können diese Beiträge nicht entstanden sein. Der Autor (J.D.) muss sich seit Jahrzehnten mit den Themen beschäftigt haben, bevor er sich entschloss, diese zu veröffentlichen.

Die erste Durchsicht ergab, dass der Autor die anderen erwähnenswerten Geschichtskritiker kennt - auch mich.

Die folgenden Ausführen haben deshalb folgenden Zweck:

- Zuerst soll die Person und die Webseite von Jef Demolder skizziert werden.

- Hierauf wird auf  Demolders Kritik an den anderen Geschichtsrevisionisten geantwortet.

- Besonders antworte ich auf die Kritik des Autors an mir.

- Schliesslich sollen in loser Folge einige der wichtigen und interessanten Themen der Webseite Abyss of time erwähnt werden.


Demolder und seine Webseite Abyss of time

Jef Demolder hat Jahrgang 1955, ist Belgier flämischer Herkunft, Absolvent der Universität Löwen in katholischer Theologie und Philosophie. Seine Karriere beinhaltete Tätigkeiten für NGOs. Gegenwärtig ist er Programmkoordinator für die Organisation Brüderlich teilen in Brüssel.

Mit Abyss of time hat Demolder einen griffigen Titel gewählt. Der Blog existiert sei anfangs 2018. Die ersten Einträge sind flämischer Sprache; dann hat der Autor vernünftigerweise auf Englisch gewechselt.

Die Abyss-Seite ist übersichtlich dank dem chronologischen Prinzip.

Die Webseite ist in Form von - meist illustrierten - Kästchen gestaltet, jeder Beitrag mit einem genauen Datum versehen.

Des Autors relativ kurze Artikel erlauben einen raschen Einstieg in seine Gedankenwelt.

Zu jedem Artikel ist es möglich, über eine Anmeldung bei einem Blog Kommentare zu schreiben.

Demolder schreibt über die Bibel, das Alte und Neue Testament, die Kirchenväter, über Chronologen, die Probleme der Geschichtskritik, über archäologische Funde, bildende Kunst, Städtebau und Baukunst - um einige der wichtigsten Themen zu nennen.

Demolders Bild der Geschichte und Vorgeschichte gründet auf dem Katastrophismus. Diesen erdgeschichtlich bedingten Wechsel setzt er ins Spätmittelalter, um 1350. - Hier scheint Christoph Marx durch mit seinem Josua-Ereignis.

 Letztlich sieht der Autor den Beginn der wahren Geschichte - wie ich - auf die Zeit um 1800. Also hält er sogar Napoleon für zur Hälfte fiktiv.

NB: Das Englisch von Demolder ist leidlich, aber dennoch mit etlichen Fehlern.


Demolder und andere Geschichtskritiker

Wie schon gesagt sind Demolders Ansichten nicht ex nihilo entstanden. Er kennt alle wichtigen Geschichtskritiker aus alter und neuer Zeit.

Ich beschränke mich hier auf die neueren Kritiker.

Demolder kennt Robert Baldauf, Johnson, Wilhelm Kammeier, Heribert Illig, Uwe Topper, Velikovski, Fomenko - und mich (CP).

Auffällig ist, dass Demolder fast alle diese Personen kritisiert, ohne ihre Beiträge zu würdigen.

Baldauf zum Beispiel übertreibe, wenn er in allen antiken Versmassen der klassischen griechisch-römischen Dichter den Stabreim und Endreim der neueren Poeten sehe. - Aber wie steht es mit Baldaufs Meinung, dass die gesamte Literatur des Altertums und des Mittelalters, dazu die Bibel in kurzer Zeit, innerhalb von wenigen Generationen entstanden sei?

Dass Heribert Illigs Versuch der Zeitkürzung des Mittelalters untauglich ist, bleibt unwidersprochen. Vgl. meine Kritik an Illig.

Merkwürdig mutet an, dass Demolder offenbar Uwe Topper schätzt. Weshalb? Der Mann macht gute Einzelbeobachtungen zur Literatur, zur Kunst, zu alten Bauwerken und Kunstobjekten, auch zu archäologischen Fälschungen. Aber ein Gesamtbild bietet Topper nicht. Vgl. meine Kritik an Uwe Topper.

Wilhelm Kammeier wird als Forscher anerkannt. Das hängt sicher damit zusammen, dass der deutsche Forscher die Geschichte im Spätmittelalter beginnen lässt. Dort setzt Demolder sein katastrophisches Ereignis, welches die Antike beendete.

    Aufs Schärfste muss man sich dagegen wehren, wenn Demolder Velikovski und Fomenko in einen Topf wirft und als unerheblich abtut.

Den Katastrophismus von Velikovski kann kein seriöser Geschichtskritiker annehmen.

Aber Fomenko pauschal zu verurteilen, ist doch allerhand. Immerhin liefert jener russische Forscher das bislang umfangreichste Material zur Kritik an den Textbüchern der alten Geschichte und an ihrer Chronologie.

Vgl. meine Rezension über Fomenko - History - Fiction er science

Aber um Fomenko zu verstehen, ist ein gründliches Studium seiner Werke notwendig. Das haben die meisten nicht getan.

Obwohl Demolder also Fomenko ablehnt, bleibt die verblüffende Feststellung, dass der russische Forscher etliche Themen behandelt, die sich auch in Abyss of time finden.


Demolders Kritik an meinen Anschauungen

Im gleichen Post, in welchem er Illig behandelt (2. Juni), erwähnt Demolder auch mich und meine Webseite. Diese Ausführungen sollen hier original wiedergegeben werden:

For example, Christoph Pfister (www. dillum.ch), in the summary on history criticism on his website, and in his book The Matrix of Ancient History, holds that all human history has been created after the year 1700, and that history only becomes reliable after the time of Napoleon. Now, except for some aspects of Swiss history, this author is rather superficial, and in his general view on history, the mobile fails completely. Why should people suddenly start to create history, if they did not before? Historical knowledge is not vital.

Ob ich die geschichts- und chronologiekritischen Themen nur oberflächlich behandle, kränkt mich. Immerhin haben meine gedruckten Werke einen Gesamtumfang von ca. 2000 Seiten. Und die rund 200 Artikel auf meiner Webseite würden nochmals soviel ergeben.

Vor allem wirft mir Demolder vor, ich schweige mich über die Motive der Geschichtserfindung, über den Zweck der Grossen Aktion der literarischen Geschichtsschöpfung aus.

Darauf sei geantwortet, dass meine Matrix der alten Geschichte einen zweiten Untertitel hat:

Analyse einer religiösen Geschichtserfindung.

Die biblischen Geschichten, die Evangelien und die Legende von Troja bestimmen die alte, die erfundene Geschichte.

Demolder als Theologe beschäftigt sich ausführlich mit dem Alten und dem Neuen Testament. - Aber auch bei mir spielen diese religiösen Texte eine grundlegende Rolle.


Themen in Abyss of time

Hier sollen in loser Folge einige der interessantesten Themen der Webseite von Jef Demolder wiedergegeben werden

Trotz der teilweise unberechtigten Kritik an mir und anderen Forschern ist Demolder nämlich einer der wenigen Geschichts- und Chronologiekritiker, die man anerkennen muss.

Nur die Betonung von Katastrophen schadet der Logik seiner Argumentation.

In jedem Fall trägt Demolder eine grosse Anzahl von interessanten Einzelheiten zur Geschichtsrevision und Geschichtsfälschung zusammen und vergisst nie, den chronologichen Aspekt zu erwähnen, auch nicht die Quellenfrage.

Übrigens: Beim Studium der Webseite von Demolder stösst man bald auf eine andere, ebenfalls interessante Seite:

https://malagabay.wordpress.com/


Der Stand und die Probleme der Geschichtskritik (2.1.2019): Is mankind almost ready for true history?

In seinem ersten Post für 2019 räsonniert Demolder über die aktuelle Lage der Geschichtskritik.

Richtig sagt der Autor, dass sich diese erst durchsetzen werde, wenn ein neues Paradigma das alte ersetzt. Die Szene der Chronologiekritiker selbst ist uneinheitlich und gespalten.

Nach Demolder braucht es eine neue Geisteshaltung (mindset), auf damit sich wahre von falscher Geschichte trennen lässt.

Trotzdem sieht der Schreiber eine wachsende Akzeptanz der Geschichtskritik.


Der Vesuv und Pompeji, vorher und nachher (20.9.18)

Zeitgenössische Abbildung, welche den Vesuv und die umgebende Landschaft vor und nach der plinianischen Eruption zeigt.

Illustration aus dem Werk De incendio Vesuvii von Giambattista Mascolo, "1633"

Der Vesuv-Ausbruch, welcher Pompeji zerstörte, wird in zeitgenössischen Quellen mit "1631" datiert.

Demolder folgt in diesem Post der Argumentation des früh verstorbenen Andreas Tschurilow. Letzterer arbeitete die neuzeitlichen Elemente des angeblich antiken Pompeji heraus, unter anderem die Wasserleitung des Domenico Fontana, den Sarno-Kanal.

Die obigen Abbildungen zeigen eine genaue Kenntnis der Landschaft. Der Zeichner kannte den Vesuv mit dem Monte Somma (links) aus eigener Anschauung. Neben Pompeji werden unter anderem die Orte Herculaneum, Scafati, Boscius (Boscoreale), Sarno, Resina, Portici, Leucopetra (Pietrarsa), San Giovanni a Teduccio und San Sebastiano genannt.

Demolder sieht den Sachverhalt grundsätzlich richtig:

Pompeii is not a falsification. The falsification is in the interpretation. Walking around in the ruins of Pompeii, you have a mindblowing view of a Roman Italian city in the 17th century.

Pompeji ist keine Fälschung. Die Fälschung liegt in der Interpretation. Wenn man in den Ruinen von Pompeji spaziert, so hat man einen staunenswerten Einblick in eine römisch-italienische Stadt des 17. Jahrhunderts.

Ich sage, Pompeji war eine mittelalterliche Stadt des 18. Jahrhunderts mit antiken Elementen. - Der "plinianische" Vesuvausbruch, welcher die Stadt begrub, muss irgendwann kurz nach der Mitte des genannten Jahrhunderts angesetzt werden.

Auch Fomenko urteilt über Pompeji ähnlich.


Der Stein von Caesarea mit der inschriftlichen Erwähnung von Pontius Pilatus ist eine Fälschung (9.10.18)

Ich bin schon seit langem der Ansicht, dass der 1961 gefundene Stein von Caesarea Maritima in Israel eine Fälschung sein muss. Dies schloss ich nicht aus der Inschrift selber, sondern aus dem Sachverhalt als solchen.

Der Pontius Pilatus des Evangeliums gehört nicht zur Jesus-Geschichte. Dort ist er ganz unorganisch eingefügt.

Pontius Pilatus ist eine Figur in der Legende von Basilius dem Grossen. Dieser wird in Konstantinopel von Kaiser Valens angeklagt. Den Prozess führt der Statthalter der Provinz Pontus. Der Kaiser wäscht seine Hände in Unschuld. Basilius wird verurteilt, kann aber weiterleben.

Sueton und die römischen Kaiser (12.2018)

Demolder analysiert die Geschichte von den zwölf römischen Imperatoren, die Sueton erzählt.

Richtig kommen ihm Zweifel, ob es diese Kaiser gegeben hat.

Besonders erkennt Demolder, dass es keinen Unterschied gibt zwischen Vespasianus und Titus: Beide tragen den gleichen Namen. Und ihre Taten sind kaum auseinanderzuhalten.

Ich habe bereits vor langer Zeit erkannt: Vespasianus Titus war ursprünglich als ein Kaiser mit einer Herrschaftszeit von zwölf Jahren angelegt. Später wurde der Imperator gesplittet: Der (alte) Vespasianus mit zehn, der (junge) Titus mit zwei Jahren Regierungszeit.

Aber sowohl Vespasian wie Titus sind Vesuvkaiser. - In ihre Zeit fällt die Eruption des Vesuvs.