Die Burg Ro(h)rberg bei Rohrbach BE

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Die schwarze Spinne von Jeremias Gotthelf existiert wirklich: Zwei solche Figuren schlafen in Form von waldbestandenen Burgstellen bei Rohrbach im Oberaargau. - Und der genannte Schriftsteller studierte für seine berühmte Novelle Sagensammlungen aus dem Oberaargau.

Vgl. auch: Die Altburg Kasern bei Rohrbach


Blick von der Altburg Kasern nach N auf das Dorf Rohrbach im Oberaargau BE

Die Burgstelle Rorberg befindet sich in dem Waldstück oberhalb der Kirche (rechts der Bildmitte).

Foto: Autor, 17.7.2017


Rorberg bei Rohrbach (Kt. Bern): Plan

Äquidistanz der Höhenkurven: 1 m.

Planskizze: Autor, 2018

Das Mauerwerk ist nach dem Plan von 1903 eingefügt.

Man erkennt in dem Grundriss deutlich eine Spinne. Die Figur ist von den Erbauern beabsichtigt worden.


Rorberg bei Rohrbach: Die Grube an der Ostseite der Ringmauer

Foto: Autor, 10.6.2018

Das grosse Loch stellt wahrscheinlich keinen Sod, sondern eine Eingangspforte dar. Einen ähnlichen Befund stellt man bei der Riedburg am Schwarzwasser fest. Auch dort befand sich der Eingang an der Ostseite des Berings.


Rorberg im LIDAR-Bild


Ro(h)rberg bei Rohrbach BE: Blick von N auf das Burgplateau

Man erkennt links die Grube der ehemaligen Eingangspforte.

Foto: Autor, 29.7.2016


Rorberg bei Rohrbach BE: Blick auf den Wall am Südwest-Ende

Foto: Autor: 29.7.2016


 Rorberg bei Rohrbach BE: Blick auf den Wall und Graben auf der Westseite gegen S

Man erkennt im Hintergrund die Öffnung im südlichen Teil des Ringwalls: Die Lücke ist Teil des ursprünglichen Plans der Erdburg.

Foto: Markus Schilt, 7.10.2010


Plan der Burg Rorberg von 1903

aus: Die Burgen und Schlösser des Kantons Bern. Mittelland, Emmental und Oberaargau, II. Teil, Basel 1942, 12


Rohrberg oder Rorberg ist eine imposante Wehranlage unmittelbar nördlich der Ortschaft Rohrbach im Oberaargau, auf einem nach Süden gerichteten Sporn, etwa 70 Meter über dem Langeten-Tal.

Gegen Norden ist der Burgplatz durch einen tiefen, geschwungenen Halsgraben abgetrennt. Dieser hat gegen Norden eine Sprunghöhe von 20 und nach Süden immer noch von 15 Metern.

Der ovale Burghügel hat seine größte Höhe gegen Norden. Daran schliesst sich gegen Süden ein Plateau an. Dieses ist mehrere Meter niedriger und etwa 20 Meter lang.

Ein Ringgraben umgibt den Burgplatz. Auf der Ost- und Westseite hat die Burg zusätzlich Flankenwälle, die an die Bergseite angelehnt sind. Diese lassen gegen den Abhang im Süden eine Lücke offen. Die Öffnung ist als ursprünglich anzusehen.

Rorberg: Blick von Norden auf den westlichen Graben und Ringwall

Foto: Autor, 11.6.2009


Der Burgplatz trug eine Steinburg: Auf der erhöhten nördlichen Stirnseite des Hügels stand ein rechteckiger Wehrturm, ein Donjon, mit den ungefähren Massen 15 x 17 m und ca. 2,5 m dicken Mauern. Auf der Nordseite sind noch durchgehende Reste des Mauerwerks zu sehen. Allerdings sind überall die Verblendsteine herausgerissen.

An den Donjon schloß sich im Norden ein kleiner, gegen Süden ein großer Bering an.

An der südlichen Ringmauer gegen Osten findet sich ein großes Loch. Spuren deuten darauf hin, dass der Rand der Grube ausgemauert war.

Was bedeutet die grosse Grube?

Man denkt zuerst an einen ehemaligen Sod. Doch zweifellos war dies eine Eingangspforte. Die Mauerreste in diesem Bereich lassen darauf schliessen.

Als Erdburg ist Rorberg gut erhalten. Doch auch der Grundriß der Steinburg ist gut zu bestimmen.

Leider ist der Halsgraben im Norden gegenwärtig durch umgestürzte Baumstämme verstellt.

Rorberg im Norden von Rohrbach und rechts der Langeten hat im Süden, genauer gesagt im SSE, in der mächtigen Altburg Kasern ein Pendant mit einem verblüffend ähnlichen Grundriß. - Nur fehlt bei der Altburg Mauerwerk. - Beide Burgen hatten offenbar den gleichen Baumeister und stammen demzufolge aus der gleichen Zeit.

Übrigens: Die Burgstelle Rohrberg liegt trotz der unmittelbaren Nähe zu Rohrbach auf dem Boden der Gemeinde Auswil.

Rorberg: Reste des Mauerwerks des Donjons auf dem erhöhten Nordrand des Burghügels

Foto: Autor, 11.6.09

Das amorphe Aussehen des Mauerrestes ist dadurch entstanden, dass die Verblendsteine herausgerissen wurden.


Rorberg: Reste der Umfassungsmauer auf der Westseite des Burgplateaus

Foto: Markus Schilt, 7.10.2010

Bei diesem kleinen Rest hat sich auch die äussere Mauerverblendung erhalten, die bei den übrigen Mauerspuren fehlt.


Der nördliche Halsgraben der Burg Ro(hr)berg bei Rohrbach, Kt. Bern. Aufnahme von 1940

aus: Die Burgen und Schlösser des Kantons Bern. Mittelland, Emmental und Oberaargau, II. Teil, Basel 1942, 13