Das Erdwerk Büfelhölzli oder Kästlifuren bei Fultigen BE

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Plan des Erdwerks Büfelhölzli oder Kästlifuren bei Vorderfultigen BE

Äquidistanz der Höhenkurven: 1 m

Skizze: Autor: 2020


Bufelhölzli oder Kästlifu(h)ren bei Vorderfultigen: Der äusserste Erdhügel im Nordosten

Foto: Autor, 9.7.2020


Die Burgstelle Büfelhölzli (Koordinaten 599'400/187'300) liegt am Nordabhang des Bergrückens von Fultigen, auf ca. 880 m Höhe, in einem Wäldchen nördlich des Hofes Kästlifuren und 450 m östlich des Weilers Vorderfultigen (vergleiche den Plan). 

Erdwerk Büfelhölzli oder Kästlifuren bei Vorderfultigen: Blick vom inneren Wall gegen Osten. Links erkennt man den zentralen Burghügel.

Deutlich sind Störungen im Wallverlauf zu erkennen.

Foto: Autor, 28.1.2011


Erdwerk Büfelhölzli oder Kästlifuren; Ansicht des nördlichen Walls von Süden.

Foto: Autor, 28.1.2011


Kästlifuren stellt einen nach Norden gerichtete Sporn der, vom südlich gelegenen Berghang durch einen großen Einschnitt abgetrennt ist.

Der eigentliche "Burghügel" ist sowohl im Westen wie im Osten durch künstliche Einschnitte vom Hang getrennt.

Gegen Süden finden sich zwei auffällige längliche Wälle, die isoliert stehen

Gegen die Bergseite stellt man einen doppelten Wall mit Graben fest.

Darauf folgt ein gebogener Wall, der gegen Norden und Osten von zwei Hügeln flankiert wird.

Nach der Ostseite findet sich eine Art Alignement. Dieses hat im Süden als Basis einen der beiden länglichen Wälle.

Darauf folgen ein gegen Norden laufender Wall, der an zwei Stellen zu Hügeln erhöht ist.

Nordöstlich der Burganlage, gleich jenseits der Drittklaß-Strasse, steht ein Hügel in der Matte. Ein zweiter Hügel ist nur mehr im Ansatz erhalten.

Die letzten beiden Hügel stellen eine Fortsetzung der Hügelreihe im Osten des Sporn dar.

Auch die Rinne im Westen weist auffällige Terrassen auf, die zur Anlage gehören.

Das Büfelhölzli, eine monumentale Erdzeichnung

In der Burgenkarte der Schweiz, Teil 1, Beschreibung der Objekte (Wabern 1990), wird die Burg folgendermaßen beschrieben:

Erdwerk unbekannter Zeitstellung 200 m nördlich des Hofes Kästlifu(h)ren. Anlage im Wäldchen durch Kiesausbeutung zerstört.

Diese Mitteilung aber ist falsch: Das Erdwerk Büfelhölzli ist gut erhalten.

Das Büfelhölzli oder Kästlifuren ist ein imposantes Erdwerk. - Man staunt über die gewaltigen Erdbewegungen, die nötig waren, um dieses ausgeklügelte Verteidigungswerk zu errichten.

Die Lage der Erdburg in dieser abgelegenen Gegend von Fultigen verdient ebenfalls hervorgehoben zu werden.

Aber Kästlifuren oder Büfelhölzli ist keine Erdburg, sondern eine monumentale Erdzeichnung.

Man erkennt darin die Karikatur eines männlichen Gesichts, eine männliche Fratze.

Der Hügelzug im Osten stellt einen erhobenen Arm mit Hand dar.

Als Anhang soll hier eine alte Skizze der Burgstelle bei Vorderfultigen wiedergegeben werden. - Der Plan ist summarisch, ungenau. Doch beweist er, dass die Anlage um 1900 so aussah wie heute. - Also nichts mit "Kiesausbeute"!

Der Plan ist aus dem Werk von Emanuel Lüthi: Die Alamannen in der Westschweiz. Beiträge zur Berner Burgenforschung; ND Bern 1966 genommen.

Das Buch ist reichlich konfus. Es stellt einen Neudruck dar. Lüthi publizierte anfangs des 20. Jahrhunderts. - Außer den Plänen trug jener Autor aber herzlich wenig zur Burgenforschung bei.

Skizze der Burgstelle Büfelhölzli nach Emanuel Lüthi. anfangs des 20. Jahrhunderts


Die Ortsnamen

Bei dieser Gelegenheit soll auch auf die äußerst interessanten Ortsnamen Fultigen, Büfelhölzli und Kästlifuren hingewiesen werden. - Sie finden sich in dem erwähnten Werk Die Ortsnamen der Schweiz (2020) erklärt.

BÜFEL =  VPL > NPL = NEAPEL (vgl. den französischen und italienischen Burgen-Namen BUFFA-VENTO).

KÄSTLI = CASTELLUM

FUREN = PRM = PRIAMUM, Priamus

Kästlifuren = Burg des Priamus (Oberkönig von Neapel, bzw. von Troja)