Die Teufelsküche im Grauholz (Gemeinde Bolligen BE)

La Cuisine du diable - Hell's kitchen


Startseite: www.dillum.ch


Bemerkung: Über die Teufelsküche im Grauholz gibt es neuerdings eine Sage. Diese findet sich abgedruckt in:

Johann Rudolf Wyss der Jüngere: Der Abend zu Geristein und Der Ritter von Ägerten. Zwei Dichtungen, neu herausgegeben, eingeleitet und illustriert von Christoph Pfister (2016)


Die Teufelsküche wird auch erwähnt in dem Artikel über die Felsportale in der Region Bern.

Ebenfalls erwähnt wird die Teufelsküche in dem Buch des Autors: Die Ursprünge Berns (2013).


Der Felseinschnitt der Teufelsküche im Grauholz (Bolligen, Bern)

Foto: Autor, 27.6.2016

Der Stolleneingang ist auf dem Bild knapp zu erkennen.


Die Teufelsküche ist ein Felseinschnitt im Grauholzwald, 7 km nordöstlich von Bern, nordöstlich des Forsthauses, am Beginn des Steilhangs zum Grauholzberg, dort Kaiserstuhl genannt, in der Gemeinde Bolligen gelegen (Koordinaten: 604’080/204’955).

Das Felsportal hat eine Orientierung gegen Nordwesten. Der Aufbruch ist etwa fünf Meter lang, außen etwa drei Meter, innen nur mehr 2 Meter 70 breit. Die Rückwand erreicht eine Höhe von etwa acht Metern.

Am Fuße der Rückwand findet sich der Eingang eines Stollens, der 17 Meter in den Sandstein getrieben ist und blind endet.

Man muß annehmen, daß die Sohle des Felsportals ursprünglich höher gelegen hat. Der unterirdische Gang ist nämlich sicher später angelegt worden und hatte Schatzgräberei als Motiv.

Der Felsaufbruch der Teufelsküche im Grauholz ist alt. Beweis dafür sind vermessungstechnische Übereinstimmungen mit alten Bauten.

Zum Beispiel liegt das besagte Felsportal auf einer Sonnenwendlinie von 306° NW zwischen der Höhenburg Bantiger und dem Ringwall der Knebelburg auf dem Jensberg bei Biel. Und die Entfernung zwischen den beiden Punkten beträgt genau elf keltische Meilen oder Leugen (1 Leuge = 2225 Meter).

Auch mit der gallorömischen Arena auf der Engehalbinsel bei Bern hat die Teufelsküche eine interessante vermessungstechnische Beziehung: Sie liegt genau 54,5° nordöstlich davon. Der Felsaufbruch markiert also den astronomischen Sonnenaufgang zur Zeit der Sommersonnenwende von der Enge aus. – Der tatsächliche Sonnenaufgang zur besagten Zeit ist von der Arena aus über dem Schwarzkopf, dem höchsten Punkt des Grauholzbergs zu beobachten.

Es gibt in der Region Bern einige alte Felsportale. Zu erwähnen ist jenes auf der linken Seite des Gäbelbachtals nordwestlich von Bümpliz, dann der sogenannte „Steinbruch“ bei der Burgstelle Liebefels auf der Sodfluh oberhalb von Hub bei Krauchthal und das Felsportal von Lindenfeld, südwestlich von Krauchthal im Lindental.

Die Felseinschnitte dienten wahrscheinlich als Nischen zur Aufstellung von hölzernen Kultfiguren, die aus einem einzigen Stamm geschnitzt wurden. Solche Holzskulpturen sind in der Schweiz im Neuenburgersee und im Genfersee gefunden worden. 

Über die Teufelsküche im Grauholz gibt es eine Erwähnung von Karl Ludwig Schmalz in seinem Ortsführer Bolligen (Bern 1985, Seite 43). Der Heimatkundeforscher schreibt dort:

1756 habe ein Unternehmer aus Jegenstorf von der Berner Regierung die Erlaubnis bekommen, an dem besagten Ort einen Steinbruch zu eröffnen. Die Sondierungen aber hätten ergeben, daß sich das Gestein nicht zum Abbau eigne.

Diese Mitteilung ist vollständig unglaubwürdig: Um diese Zeit gab es noch keine glaubwürdige schriftliche und archivalische Überlieferung. - Und der Felsaufbruch ist zu regelmässig und passt vollkommen in das alte Vermessungssystem hinein. Also kann es sich bei der Teufelsküche nicht um eine Sondierung im Fels handeln.

Doch ist der Stollen - wie gesagt - jünger und somit nicht Teil der ursprünglichen Anlage.