Die Eiszeit war ganz anders! - Findlinge beweisen es.


Die Teufelsburdi auf dem Jolimont

Mit einer Ergänzung über ein paar Findlinge am Bantiger.

Erratische Blöcke, welche den Mythos von der "Eiszeit" widerlegen.

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Die Teufelsburdi auf dem Jolimont, Gemeinde Gals BE

Koordinaten: 572213/209364

aus: E. Gerber/K.L. Schmalz: Findlinge; Bern 1948, S. 33 (Berner Heimatbücher, Nr. 34)


Der Jolimont (Gemeinde Gals, BE)

Der Jolimont ist ein etwa hundert Meter über der Zihlebene herausragender Hügel zwischen Bielersee und Neuenburgersee und gehört zum Kanton Bern. - Die lieblichen Südhänge um die Ortschaft Tschugg sind mit Reben bepflanzt. Die steileren Nordhänge und fast das ganze Hügelplateau sind bewaldet. Man nennt den Wald nach dem ehemaligen Kloster Sankt Johannsen an der Zihl den Klosterwald.

Am Nordostfuß des Berges liegt das malerische Städtchen Erlach (französisch Cerlier) mit einem ehemaligen bernischen Landvogtei-Schloß.

Der See ist heute nach Biel benannt. Doch in meinem Artikel Bieler See oder Erlacher See? weise ich nach, daß die zweite Bezeichnung historisch und namenkundlich richtig wäre.

Schon die "Römer" schätzten die angenehme Lage von Tschugg am Jolimont, denn dort wurden die Reste einer weitläufigen Villa rustica freigelegt.

Während des Ersten Weltkrieges diente der Hügel der Armee als rückwärtige befestigte Position. Etliche alte Bunker und vorbereitete Artilleriestellungen sind noch zu sehen.

Die Teufelsburdi

Berühmt aber ist der Jolimont durch eine gewaltige Gruppe von Findlingen, die sich in der Mitte des Plateaus am nördlichen Rand finden. Es ist dies die sogenannte Teufelsburdi, eine Ansammlung von drei gewaltigen erratischen Blöcken. Die großen Steine erheben sich teilweise mehrere Meter aus dem Waldboden und laden zum Klettern ein (vgl. die Abbildungen).

Die drei Blöcke der Teufelsburdi auf dem Jolimont

Photo: Internet


Der westlichste Block ist der größte. Man schätzt sein Volumen auf über 300 Kubikmeter. - Der mittlere Block mit etwa 70 Kubik Volumen trägt eine Inschrift von 1872 und fällt durch eine sauber geglättete Wand  gegen Osten auf. - Der östliche der drei Giganten von Steinen ist etwa so groß wie der mittlere.

Die Findlinge der Teufelsburdi sind von der Steinausbeutung und damit der Zerstörung verschont geblieben und seit 1940 staatlich geschützt.

Der Platz um die drei großen Blöcke ist ein beliebter schattiger Picknickplatz.

Im Kanton Bern gab und gibt es noch andere erratische Blöcke, die den Namen TEUFELSBURDI tragen und trugen:

Am Fuße des Gurten-Berges, gleich oberhalb der ehemaligen Gurten-Brauerei, gab es die Teufelsburdi von Wabern, die ich in meinem Artikel Der Gurten als alter Burgberg von Bern besprochen habe.

Dann findet sich es auf dem Längenberg westlich von Belp, die viereinhalb Meter hohe Felspyramide der Teufelsburdi bei Winzenried, die von mir mit einem eigenen Artikel gewürdigt wird.

Berge waren für die Alten immer auch Stätten des Kultes und hatten somit eine besondere Bedeutung. Für unsere Region habe ich die Zusammenhänge dargestellt in dem grossen illustrierten Artikel  Die heiligen Berge des Bernbiets.

Schalensteine auf dem Jolimont

Auch sonst finden sich auf dem Jolimont einige interessante Merkwürdigkeiten. Etwa vier Grabhügel lassen sich zählen. Und gleich neben der Teufelsburdi im Westen gibt es einen Gneis-Block, der einige Schalen an der Oberfläche aufweist. Es ist dies ein sogenannter Schalenstein (Koordinaten: 572178/209331).

Südlich der Teufelsburdi gibt es zwei weitere Schalensteine.

Der eine Gneis-Block ist sehr klein, hat aber auffallend schön gearbeitete Schalen (Koordinaten 572'250/209'106).

Eindrücklich ist der Gabbro-Block, etwa 350 Meter im SW der Teufelsburdi (Koordinaten 572'088/209'061). Dessen ungefähr sieben sichere Schalen auf der gerundeten Oberfläche haben fast künstlerischen Charakter (vgl. die Abbildung).

Schalenstein auf dem Jolimont

Gabbro-Gestein. Koordinaten: 572'088/209'961

Für die Aufnahme wurde der Stein geputzt und die deutlichen Schalen mit Holzkohle ausgerieben.

aus: Karl Ludwig Schmalz: Namensteine und Schalensteine im Kanton Bern; Bern u. Stuttgart 1988, S. 75


Wie kam die Teufelsburdi auf den Jolimont?

Wir kehren zur Teufelsburdi zurück und fragen uns, wie denn diese Blöcke hierher kamen. Die Steine sind nämlich ortsfremd. Die Geologen erkennen sie als Arkesin-Blöcke aus dem Val de Bagnes im Wallis, einem südlichen Seitental der Rhone in der Nähe des Grossen Sankt Bernhards.

Welche Kraft war in der Lage, solche gigantischen Steine über derart weite Distanzen zu bewegen? Die untenstehende Grafik zeigt den ungefähren Weg, den die Blöcke der Teufelsburdi von ihrem Ursprungsort bis hierher gemacht haben müssen: In einer gewaltigen Kurve legten die Steine einen Weg von rund 150 km zurück!

Für die Alten war klar, daß nur der Teufel in der Lage war, solch ein vermessenes Werk auszuführen. - Von da rührt auch der Name der Blockgruppe.

Die heutige universitäre Wissenschaft - und damit auch der größere Teil des Publikums - hat für den Transport solcher Blöcke aus den Alpen bis an den Südfuß des Juras eine andere Erklärung: Es waren die eiszeitlichen Gletscher, welche vor angeblich vielen tausend Jahren diese ungeheuren Lasten zu ihren heutigen Orten schoben.

Die Theorie der Eiszeiten scheint einleuchtend. Aber tiefer gehende Überlegungen erzwingen andere Erklärungen.

Das Eiszeit- und Gletscher-Dogma und seine Kritiker

Nach der erwähnten Theorie soll die Erde in jüngerer erdgeschichtlicher Zeit mehrere Kaltzeiten erlebt haben. Diese führen zu riesigen Vergletscherungen auf der Nord- und Südhalbkugel der Erde und in den Gebirgen.

Die Gletscher, die sich stellenweise mit ihren Zungen weit von den Bergen ins Flachland vorschoben, sollen nicht nur die Landschaft entsprechend ausgehobelt haben. Sie hätten auch die riesigen Massen an Geschiebe, an Kies, Sand und eben Findlingen herangebracht und bei ihrem Rückzug abgelagert.

Unser Schweizer Mittelland sei in ihrer Oberflächengestalt hauptsächlich von Gletschern, also glazial überprägt.

Diese Auffassung war in der Mitte des 19. Jahrhunderts nur eine von vielen Theorien. Aber aus bestimmten Gründen hat sie sich zu einer dominanten Lehrmeinung entwickelt. - Und heute regiert die Eiszeit-Theorie als Dogma an den Hochschulen.

Schon in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts haben einige Gelehrte gewichtige Einwände gegen die Eiszeit-Erklärung vorgebracht. Doch erst in den letzten zehn Jahren wurden diese Einwände wieder aufgenommen und weiter entwickelt.

Zwei wichtige Kritiker sollen mit ihren Büchern vorgestellt werden:

Horst Friedrich: Jahrhundert-Irrtum "Eiszeit"?; Hohenpeißenberg 1997

Friedrich zählt in lesbarer und übersichtlicher Form die Gründe auf, welche das universale Erklärungsmodell der Eiszeiten widerlegen. - In unserem Zusammenhang gilt es zu wissen, daß es auch Findlinge in Gebieten gibt, die nie vergletschert waren. - Und vor allem gibt es heute auf der ganzen Welt keine Gletscher, die hundert oder mehr Kilometer Länge haben. 

Christian Blöss: Ceno-Crash: neue Überlegungen zum Ursprung und zum Alter des Menschengeschlechts; Berlin 2000

Blöss verwirft die meisten Dogmen der offiziellen Erdgeschichte: Weder sind Millionen Jahre für die Gestalt der Oberfläche der Erde einzusetzen, noch sind Eiszeiten brauchbare Erklärungs-Modelle für "glaziale" Erscheinungen.

Die Gletscher erklären den Transport nicht

Wir haben anfangs gefragt, welche Kräfte denn solch große Findlinge wie die Teufelsburdi auf dem Jolimont über so weite Distanzen transportiert haben.

Und diese Frage wird zum zentralen Punkt der Kritik an der Eiszeit-Theorie. Es gab keine so langen Gletscher, welche diese Gesteinsblöcke über so weite Strecken bewegt hätten. Es gab sie nicht, weil dazu ganz einfach der Schub gefehlt hat. - Um Steine wie diejenigen der Teufelsburdi zu transportieren, sind ungeheure Kräfte notwendig, welche keine normalen Naturvorgänge - Gletscher, Wind, Wasser, Schwerkraft - liefern.

Die Gletscher-Theorie ist falsch, weil sie alles evolutionär erklären will. Aber die Erdgeschichte besteht zu einem großen Teil nicht aus Evolution, sondern aus Katastrophen.

Die Findlinge, welche aus den Gebirgen in die flacheren Regionen gebracht wurden, sind das Ergebnis von Naturkatastrophen von unvorstellbarem Ausmaß.

Wogen von Überschwemmungen und Wasserfluten

Die alten Forscher bis weit ins 19. Jahrhundert hinein waren hier der Wahrheit näher. Sie erkannten, daß Blöcke aus den Alpen sich auch an weit entfernten Orten im Unterland finden und dachten darüber nach. - Ihrer Meinung nach konnten nur Katastrophen das Findlings-Phänomen erklären.

Der Luzerner Moritz Anton Cappeller etwa schrieb 1767, daß die Alpentrümmer im Vorland durch Wogen von Überschwemmungen weggespült wurden, indem ein sie begleitendes Gewirr von Steinen und Sand noch weiter geschwemmt wurde (zitiert nach: Gerber /Schmalz: Findlinge, 1948, S. 14 f.).

Diese Auffassung sollten auch heutige Geologen wieder ernsthaft als Grundlage von Erklärungen nehmen. Gewaltige Wasserfluten, vermischt mit Sand und Kies, waren allein in der Lage, Blöcke von bis zu mehreren hundert Tonnen über hundert und mehr Kilometer zu transportieren.  Die Findlinge sind nicht über Jahrtausende gewandert, sondern durch einzelne katastrophale Ereignisse an ihren Ablagerungsort gebracht worden.

In der Erdgeschichte wirken Kräfte, die wir manchmal nicht einmal erahnen.

Der Weg einiger Findlinge am Bantiger im Vergleich zur Teufelsburdi vom Jolimont

Wir möchten gerne wissen, welche Kräfte die Katastrophen auslösen, deren Zeugnisse unter anderem die Findlinge sind. - Wir wissen es nicht und werden es nicht wissen.

Doch gerade bei der Teufelsburdi auf dem Jolimont und bei anderen Findlingen kommen wir durch eingehende Überlegungen etwas weiter.

Der bereits mehrfach zitierte Berner Heimatkunde-Forscher Karl Ludwig Schmalz aus Bolligen erörtert in seinem Bolligen-Führer von 1985 den Weg von ein paar rund um den Bantiger abgelagerten Findlingen aus den Alpen (vgl. die Abbildung).

Der Weg zweier Findlinge zum Bantiger

A: Eklogit-Block vom Allalinhorn im Wallis über den "Rhonegletscher" nach Harnischhut bei Geristein, nördlich des Bantigers

B: Findlinge von verschiedenen Gesteinsarten aus dem oberen Haslital, vom "Aaregletscher" auf 850 Meter über Meer auf dem Katzensteig südlich des Bantiger-Gipfels abgelagert.

aus: Karl Ludwig Schmalz: Heimatkundlicher Führer Bolligen; Bern 1985, S. 26


Drei Dinge sind es, die stutzig machen, wenn man sich die Dinge genau überlegt.

Zum ersten sollen Gletscher Findlinge aus den Alpen hinabgeführt und im Mittelland wieder auf bis 900 Meter über Meer gehievt haben. Ist das nicht etwas zu viel verlangt vom gesunden Menschenverstand?

Dann sollen Findlinge von zwei verschiedenen Gletschern - dem Rhone- und dem Aaregletscher - zum gleichen Mittellandberg gebracht worden sein, wobei sie sich nicht vermischten. Dabei sind die Findlinge der beiden Gletscher teilweise weniger als 1000 Meter voneinander entfernt!

Endlich sind es die geschlängelten Transportwege, welche für die Findlinge behauptet werden, die wenig glaubwürdig sind. Wie können Blöcke einen so komplizierten Weg nehmen und trotzdem ihre volle Schubkraft behalten?

Jetzt aber kommt der Vergleich mit dem ungefähren Weg der Teufelsburdi vom Wallis bis ins Seeland (vgl. die Abbildung).

Der ungefähre Weg der Teufelsburdi vom Val de Bagnes in den Walliser Alpen bis auf den Jolimont

Der geschwungene Weg ist ebenso deutlich wie bei den Blöcken am Bantiger

Grafik: Autor, 2004


Die Blöcke der Teufelsburdi beschrieben auf alle Fälle nicht einen direkten, sondern einen geschwungenen Weg vom Ursprungs- zum Ablagerungsort. Dieser führte nicht unbedingt den Tälern entlang, da sonst der Schwung des Transports gebremst oder ganz verloren gegangen wäre.

Unter dieser Annahme muß der Weg der Findlinge aus den Alpen zum Bantiger im NE von Bern anders gezeichnet werden (Abbildung)

Der Weg zweier Findlinge von den Alpen zum Bantiger bei Bern

rot: konventionelle Annahme des Transportweges

grün: Annahme des Autors

Grafik: Autor, 2004


Auch die Findlinge im Norden und Süden der Bantiger-Höhe sind wie die Teufelsburdi nicht auf einem gebrochenen, sondern auf einem geschwungenen Weg an ihre heutigen Orte gebracht worden.

Und in allen Fällen war dies ein Schubweg mit einer weiten Kurve nach Westen. - Das hat sicher eine besondere Ursache.

Wer gab der Erde einen Drall?

Die Elemente für eine neue Erklärung des Transports der Findlinge aus den Alpen ins Mittelland sind folgende:

Die Blöcke, gleich wie das Geschiebe und der Kies, wurden durch erdgeschichtliche Katastrophen, nicht durch Gletscher transportiert.

Bei dem katastrophischen Ereignis muß das auslösende Moment ein gewaltiger Stoss gewesen sein, den die Erde bekommen hat.

Der Stoss scheint der Erde einen gegen Norden linksläufigen Drall versetzt zu haben. Von daher erklären sich die geschwungenen Transportwege der hier betrachteten Findlinge.

Welche Kraft hinter diesem Drall gestanden hat, kann man nur erahnen. Dazu sollte man die Erdgeschichte kennen - die wir bekanntlich nie erfahren werden.

Immerhin haben schon frühere Forscher, aber auch solche der letzten zehn Jahre, etliche glaubwürdige Erklärungen geliefert. - Es würde jedoch zu weit führen, hier diese Hypothesen zu diskutieren.

Die Betrachtung über ein paar Findlinge zeigt, daß sich eine allgemeine Theorie an einzelnen Objekten bewähren muß - oder von diesen widerlegt werden kann.

Die keltische Landvermessung an der Teufelsburdi

 Als letztes soll noch erwähnt werden, daß wenigstens der mittlere der drei großen Blöcke der Teufelsburdi auf dem Jolimont in alter Zeit künstlich bearbeitet wurde.

Der mittlere Stein weist eine gegen NE schauende, sehr steile geglättete Wand auf (vgl. die Abbildung). Diese trägt die besagte Inschrift von 1872.

Teufelsburdi auf dem Jolimont, mittlerer Block: geglättete Wand mit einer SE/NW-Orientierung

Photo: Autor, 2003


Eine Findlingsgruppe wie diese wurde in alter Zeit so gut wie sicher als bedeutender Ankerpunkt für die Vermessung der Landschaft benutzt. Also lassen sich viele wichtige Bezüge herausfinden, welche von, zu und über dieses Naturwunder führen.

Die erwähnte Wand nun hat eine Orientierung, welche man durch Rechnungen zu 101° SE, beziehungsweise 281° NW ergänzt. - Dieser Himmelswinkel  war eine der wichtigen im System der keltischen Landvermessung, die ich herausgefunden habe.

In südöstlicher Richtung führt diese Linie nach ungefähr dreizehn keltischen Meilen (Leugen) zur Engehalbinsel bei Bern, genauer gesagt zum dortigen Badgebäude im Reichenbachwald!

Und schon vor Jahren ist mir der wichtige Markpunkt des westlichen Wallwinkels im Zehendermätteli auf der Engehalbinsel aufgefallen. Der dortige "Keltenwall" hat die gleiche Orientierung von 281° NW. - und führt man diese Linie weiter, so trifft man auf den Jolimont auf den bereits genannten Gabbro-Schalenstein südwestlich der Teufelsburdi!

Die Alten haben jeden Winkel des Landes vermessen. Und jeder bedeutende Stein hatte seine Funktion in einem ausgeklügelten System, welches den Himmel auf der Erde abzubilden suchte.


Oktober 2004, ff.