Der Ursprung des Namens Schweiz, Schwyzer


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Vergleiche über diese Thematik das Buch des Autors:

Die alten Eidgenossen. Die Entstehung der Schwyzer Eidgenossenschaft im Lichte der Geschichtskritik und die Rolle Berns (2013).


Der Bundesschwur: Wandgemälde von Heinrich Danioth, 1936, an der Außenfassade des Bundesbrief-Museums in Schwyz


Fakten und bisherige Erklärungen zum Namen Schweiz, Schwyzer

Bekanntlich hat das Schweizer Wappen ein weißes Kreuz auf rotem Grund.

Und der Name Schweiz kommt von Schwyz, der Talschaft, die zuerst und allein diesen Namen trug. Jener Ort hat ebenfalls ein weißes Kreuz auf rotem Grund im Wappen. Im Unterschied zur Nation aber ist das Kreuz in die rechte obere Ecke des Feldes gestellt.

Das also ist der Ursprung des Namens Schweiz und seiner Flagge.

Aber man darf sich nicht mit einer solchen einfachen Erklärung zufrieden geben.

Doch hier muß man den Wißbegierigen enttäuschen. Die Historiker haben zwar dicke Bände über die ältere Schweizer Geschichte geschrieben und eine Menge Spezialuntersuchungen. Aber mehr über den Ursprung der Schwyzer ist daraus nicht zu erfahren.

Doch gibt es in den ältesten Quellen einen zusätzlichen Hinweis. Bekanntlich wird dort gesagt, daß die Schwyzer aus Schweden kämen.

Nicht nur Tell hätte mit dem Schützen Toko ein nordisches Vorbild, sondern eine ganze Talschaft der Waldstätte.

Diesem Fingerzeig sind die Historiker nachgegangen, allerdings ohne etwas Substantielles herauszufinden. – Es ergab sich, daß die Sage vom Herkommen der Schwyzer aus Schweden eine „gelehrte Erfindung" sei (z.B.: B. Meyer, 165; Handbuch, I, 195).

Was soll das? Ein interessanter Hinweis wird mit einer eleganten Formulierung unter den Tisch gewischt, nur weil man nichts damit anfangen kann und er nicht in ein bestimmtes Denkschema paßt.

Wer waren denn diese „gelehrten Erfinder"? Doch die gleichen Historiographen, auf welche man an anderer Stelle gerne zurückgreift, vielleicht Johannes Stumpf, vielleicht Heinrich Bullinger oder Aegidius Tschudi.

Über Die frommen Schweden in Schwyz gibt es eine neuere Arbeit von Guy Marchal. Doch trotz der hundert Seiten und eines großen Anmerkungsapparats ist die dort gebotene Ausbeute an Erkenntnissen dürftig. Es heißt, als wahrscheinlicher Autor der Herkunftssage der Schwyzer müsse ein Heinrich Gundelfingen „um 1480" angenommen werden.

Aber ob der Autor der Geschichte nun Hinz oder Kunz geheißen hat, ist doch einerlei. Uns würde die Bedeutung interessieren.

Und beim Schwyzer Kreuz wird mangels einer besseren Erklärung der Chronist Justinger kritisiert: Dieser habe den Anachronismus zwischen Arma-Christi Motiv und Heldenkampf der Schwyzer nicht bemerkt. Somit sei sein Bericht nicht historisch (Marchal, 47 f.).

Die Apologeten der Befreiungsgeschichte quetschen sonst Justinger bis in die letzte Einzelheit aus - aber eben nur so lange und so weit, wie er ins Schema paßt.

Aus dem vorherigen Darlegungen ahnen wir schon: Das Herkommen der Schwyzer ist nur mit den Mitteln der Geschichtsanalyse und mit Kenntnissen der Matrix zu entschlüsseln.

Die alten Chronisten betrieben bekanntlich auch Etymologie. Aber im Unterschied zu späteren Forschern gaben sie nur Fingerzeige, und zwar richtige wie falsche.

Indem sie die Schwyzer aus Schweden kommen ließen, gaben die alten Chronisten einen richtigen Hinweis. Der ähnliche Klang der Namen dieser beiden Völker ist nicht zufällig, sondern verweist auf einen gemeinsamen Ursprung – nicht der Bevölkerung, sondern der Bezeichnungen.

Schweden heißt in der eigenen Sprache Sverige. Das G wird als CH ausgesprochen und steht somit für ein ursprüngliches C. Entvokalisiert ergibt sich aus SVERIGE also SVRC.

Das SVRC muß einen Doppelnamen bezeichnen, also SV + RC.

Das erste Wort bedeutet SALVE. Wem aber kann man einen Gruß erbieten, wenn nicht Jesus, mit Nachnamen Christus?

Aus RC ergibt sich durch Umstellung CR, und damit CHRISTUS.

Schweden, Sverige bedeutet SALVE CHRISTE: Sei gegrüßt Christus! - Schweden und Schwyz haben den gleichen Ursprung.

Die Herleitungen von Schweden und Schwyz sind plausibel, aber nicht überzeugend.

Die neue Erklärung von Schweiz, Schwyzer aus hebräischer Wurzel

Die bisherigen Deutungen brachte ich bis Frühjahr 2011 vor. Nun aber komme ich zu einer Lösung, welche an die hebräische Wurzel des lateinischen Namens HELVETIA anknüpft.

Bekanntlich ist jeder Name, der mit SCH und H beginnt grundsätzlich als hebräisch anzusehen. Das sollte auch für die Schwyzer gelten.

Die Eidgenossen, die Helvetier sahen sich als das auserwählte Priestervolk, hergeleitet von hebräisch ha'le'vi = der Levi, der Priester. Als solches nehmen sie viel Ungemach auf sich.

Die erfundene Geschichte der Helvetier ist parallel zu setzen mit jener der Hebräer im Alten Testament und der Plebejer im republikanischen Rom.

Die Hebräer wanderten bekanntlich gemäß den Büchern Mose zuerst in Ägypten ein.

Gemäß Livius waren die Plebejer zuerst in Rom ansässig.

Im Alten Testament verließen die Hebräer Ägypten, also Rom, über das Rote Meer.

Nach Julius Caesar verließen die Helvetier ihr Land über den Roten Fluß = die Roten = Rhone, um sich in Gallien = Galiläa anzusiedeln.

Nach Livius verließen die Plebejer Rom, um sich am Fuß des heiligen Bergs Vesuv niederzulassen.

Die Hebräer gründeten ihr eigenes Reich mit der Hauptstadt Jerusalem.

Die Helvetier besaßen ebenfalls ein eigenes Land mit der Hauptstadt Aventicum. - Nach Caesar wollten sie sich in Gallien in Bibracte = PPL = Babel niederlassen, wurden aber von dem Pontifex Maximus dort besiegt.

Nach der Bibel nahmen die Babylonier Jerusalem ein und führen die Juden in Gefangenschaft ins Zweistromland.

Nach Flavius Josephus eroberten die Römer Jerusalem und führten die Juden in Gefangenschaft nach Rom.

Den Helvetiern widerfuhr – zur gleichen Zeit als die Römer Jerusalem eroberten – das gleiche Schicksal in ihrem Land: Ihre Rebellion wurde von den Römern unterdrückt und die helvetische Hauptstadt Aventicum erobert. – Damit war Helvetien für zwölf Jahrhunderte geteilt.

So wie die Juden nach Babylon in Gefangenschaft geführt werden, so die Helvetier nach Rom, ins Römische Reich.

Gefangenschaft nun heißt auf hebräisch shev’it. Das Wort kommt allein in den Klageliedern elf Mal vor.

Die Schwyzer sahen sich demnach als hebräische Leidensgenossen an, welche lange Zeit als Gefangene beim Herrscher von Babylon leben mußten, aber danach wieder ihre ursprüngliche Freiheit erlangten.

Das oben genannte hebräische Wort paßt besser als shvu’ah = Schwur. Mit letzterem Wort sind eher die Schwaben gemeint. – Doch vielleicht war ein Anklang beabsichtigt: Die Schwyzer sind gleichzeitig Schwurgenossen.

Die neue Etymologie von SCHWEIZ, SCHWYZER wird gestützt durch den lateinischen Ausdruck SVITENSES: Die Verhärtung von T zu TS ist also Teil der Sprachentwicklung, nicht ursprünglich.


NB: Beiläufig hat das deutsche Verb schwitzen die gleiche Etymologie wie Schwyzer.

Vergleiche hierzu den Artikel Hebraica historica.


14.4.2011, 4.2012, 4.2013