Die Burgruine von Pont-en-Ogoz (Winterlingen) bei Le Bry FR

Der Burgplatz ist durch einen Stausee heute zu einer Insel geworden.


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Pont-en-Ogoz FR

Foto: Autor, 18.4.2018

Sicht von Westen.


Pont-en-Ogoz FR

Foto: Autor, 18.4.2018

Das amorphe Aussehen des Mauerwerks der beiden Burgtürme ist durch den Umstand bedingt, dass die Verblendsteine weggerissen wurden. An den Turmstümpfen sind sie noch teilweise erhalten.


Pont-en-Ogoz FR

Foto: Autor, 18.4.2018


Pont-en-Ogoz FR: Plan der Gesamtanlage von Ende der 1940er Jahre

Heute sind nur die Teile auf der Insel, also vor allem die beiden Burgtürme gegen Westen (grün) und die Kapelle im Osten erhalten.

Der Plan belegt, dass in dem Burgstädtchen in kurzer Zeit eine rege, teilweise chaotische Bautätigkeit stattfand.


Lage

Die Burg Pont-en-Ogoz liegt halbwegs zwischen Freiburg (Fribourg) und Bulle (Boll) über einem gegen SE gerichteten Sporn am linken Ufer der Saane.

Durch den Bau des Staudamms bei Rossens in der zweiten Hälfte der 1940er Jahre kam der Platz in den Greyerzer See zu liegen. Nur die höheren Teile des Burgplatzes mit den zwei Burgtürmen und der Kapelle blieben erhalten. Immerhin wurde vorher noch ein genauer Plan der gesamten Anlage (siehe oben) erstellt.

Im Vorfrühling, wenn das Niveau des Stausees um 20 Meter abgesenkt wird, ist der Platz von Le Bry aus zu Fuss erreichbar.


Beschreibung

Der obige Plan belegt ein ehemals bedeutendes Burgstädtchen.

Zentral sind die beiden teilweise erhaltenen rechteckigen Burgtürme gegen Westen, die einen imposanten Eingangsbereich darstellten.

Die Türme wurden aus Geschiebesteinen aufgeführt und mit behauenen Steinen verblendet. Wie bei vielen Ruinen wurden die Verblendsteine als Baumaterial wiederverwendet. Nur an der Basis hat sich das ursprüngliche Mauerwerk gegen aussen erhalten.

Durch den erwähnten Umstand machen die Zwillingstürme heute einen schlankeren Eindruck mit amorphen Aussenseiten.

Die übrigen festgestellten Mauerzüge und Gebäudegrundrisse - sowohl auf dem erhöhten und erhaltenen Bereich mit den beiden Türmen, als auch in den heute verschwundenen Teilen gegen Südosten - sind teilweise schwer zu deuten. Es scheint in kurzer Zeit eine rege, aber auch chaotische Bautätigkeit stattgefunden zu heben.

Pont-en-Ogoz war eine Burg mit einem Burgstädtchen, aber nicht unbedingt ein fester Platz. Auch die beiden Burgtürme wollten vor allem als Herrschaftssymbole verstanden werden.


 Interpretation

Pont-en-Ogoz: Rekonstruktionszeichnung der beiden Burgtürme


Die Grösse der Anlage von Pont-en-Ogoz weist darauf hin, dass der Platz zu einer gewissen Zeit ein regionales Herrschaftszentrum gewesen ist.

Wie alle Burgen ausserhalb der städtischen Zentren wurde auch Pont-en-Ogoz aufgegeben, verlassen und zerstört.

An den beiden Burgtürmen sind die absichtlichen Zerstörungen trotz den Renovationen noch deutlich sichtbar. Besonders beim südlichen Bergfried wurden zwei Seiten eingerissen. Und bei beiden Burgtürmen wurden die äusseren Verblendsteine in den oberen Teilen weggerissen.

Auffällig, dass es besonders zwischen Freiburg und Bulle mehrere Burgstädtchen gab: Arconciel (Ergenzach), Illens (Illingen), Corbières (Korbers) und Vuippens (Wippingen).

Weil die Geschichte unbekannt ist, lässt sich diese Besonderheit nicht erklären.

Es sei darauf hingewiesen, dass der nächste Sporn der linksufrigen Saane, im SE von Pont-en-Ogoz die Reste einer Erdburg zeigt. Es ist der Burgplatz Vieux Châtel. Erhalten hat sich dort eine nach Norden spitzförmig zulaufende Motte, die gegen Süden durch einen Wall und Graben gesichert war.