Der Grabhügel (tumulus, tertre) im Bois de Moncor (Villars-sur-Glâne FR)

nebst anderen Grabhügeln im Südwesten von Freiburg

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Ein rekonstruierter Grabhügel  (Hügelgrab) in Matran

Foto: Autor, 7.9.2015

An dieser Stelle im Zentrum von Matran wurden insgesamt vier Hügelgräber nachgewiesen.

Ein weiterer Grabhügel wurde auf der Anhöhe rechts, an der Stelle der 1909 errichteten Villa Bois Murat nachgewiesen.


Eine grundlegende historische Bemerkung zum Voraus

Die Grabhügel oder Hügelgräber (Tumulus) sind als die ältesten nachweisbaren Bauwerke (nebst den sogenannten Pfahlbauten) anzusehen. Diese künstlichen runden Hügel sind reine Erdwerke mit Steinsetzungen im Innern.

Die Grabhügel repräsentieren eine Baukultur, welche den Zement oder Mörtel nicht kannte. Diese Kultur ist also zeitlich vor der sogenannten Römerzeit anzusetzen.

Chronologische Überlegungen jedoch setzen diese Erdwerke (gleich wie die Erdburgen und Oppida) etwa 350 Jahre vor heute (also ab der Mitte des "17. Jahrhunderts".

Älter können diese Bauwerke nicht sein. Die Entstehung der heutigen Menschheit mit ihrer Kultur und Zivilisation ist auf etwa 400 Jahre vor heute zu sehen.

Die Grabhügel gehören in das Dunkel der Vorgeschichte.


Der monumentale Grabhügel im Wald von Moncor bei Villars-sur-Glâne FR

Am Südrand des Bois de Moncor, südwestlich der Stadt Freiburg im gleichnamigen Kanton, befindet sich der wohl größte Grabhügel der Schweiz. - Nur der Tumulus bei Robank, westlich von Wetzikon im Kanton Zürich, kommt diesem gleich.

Der Sturm Lothar von Ende 1999 hat in der Umgebung des Objekts im Bois de Moncor viele Bäume umgeworfen und zwang so zu einer flächenhaften Abholzung und Neuaufforstung des Waldes. Unterdessen hat der Wald jedoch wieder den Hügel fest besetzt.


Der Grabhügel (Tumulus) im Bois de Moncor (Villars-sur-Glâne FR) im LIDAR-Bild

Die Grösse des künstlichen Hügels mit den Spuren eines umgebenden Grabens treten in dieser Aufnahme eindrücklich hervor.

Deutlich zeigt die Aufnahme auch, daß die Kuppe des Hügels seit langem von Schatzgräbern durchwühlt worden ist.

Der Grabhügel im Bois de Moncor (Villars-sur-Glâne, FR) von E

Foto: Autor, 1.4.2004

Die Aufnahme hat bereits historischen Wert: Unterdessen versperrt der Wald wieder die Gesamtansicht.


Der Tumulus (Grabhügel oder Hügelgrab) von Moncor (Villars-sur-Glâne FR). Ansicht von Südosten.

Foto: Autor, 22.4.2017


Der Grabhügel von Moncor (Villars-sur-Glâne FR). Spuren des Ringgrabens am Südwestfuss des Tumulus.

Foto: Autor: 22.4..2017


Der Grabhügel von Moncor (Koordinaten: 575285/182920) überrascht vor allem durch seine Größe: Die Grundfläche des Tumulus beträgt etwa 80 m. Und noch heute ist der Hügel bis 10 m hoch.

Wie die meisten Grabhügel ist auch derjenige von Moncor angestochen und geplündert worden, wie mehrere Vertiefungen und Rinnen, sowie die eingeebnete Kuppe beweisen.

1983 hat ein Forscherteam den Grabhügel im Moncor-Wald mit einem Erd-Scanning untersucht haben. Angeblich sei dabei in mehreren Metern Tiefe ein Steinkisten-Grab festgestellt worden.

Diese Vermutung ließe sich nur durch Ausgrabungen klären.

Die neue Methode des Laser-Scannings der Erdoberfläche DOM = digitales Oberflächenmodell oder LIDAR = light detection and ranging zeigt beim Grabhügel von Moncor, daß dieser ursprünglich von einem Graben umgeben war. - Von bloßem Auge sind davon nur noch schwache Spuren zu erkennen.

Jeder Grabhügel stellt Fragen:

Aus welchen Gründen ließen sich Adelige in der Vorzeit in solchen mächtigen Hügeln begraben?

Wie wurden diese riesigen Erdmassen aufgeschüttet - und wo wurde das Material gewonnen?

Welche Kriterien galten für den Standort eines Grabhügels?

Bei dieser Gelegenheit soll darauf hingewiesen werden, daß sich in der Nähe des Grabhügels von Moncor andere bedeutende Anlagen aus vorgeschichtlicher Zeit finden:

700 m westsüdwestlich des Tumulus finden sich im Wald von Belle-Croix die Spuren einer keltischen Viereckschanze.

Vergleiche auch den Artikel: Die Viereck- oder Rechteckschanzen in der Schweiz.

Südlich des Moncor-Waldes liegt auf einem Sporn am Zusammenfluß der Glane mit der Saane die Glane-Burg von Châtillon-sur-Glâne. Ein mächtiger Abschnittswall und Abschnittsgraben hat sich gegen Westen erhalten. - Westlich davon finden sich im Wald mehrere Grabhügel.

Vier Grabhügel gab es auch im Zentrum von Matran. Einer davon wurde teilweise rekonstruiert (siehe obiges Bild).

Grabhügel waren auch immer bedeutende Ankerpunkte der alten Landvermessung. Das gilt auch für den Grabhügel von Moncor. Dazu zwei Beispiele:

- Der erwähnte Abschnittswall der Glaneburg ist gewinkelt. Der südliche Teil hat eine Orientierung von 150° SE/330° NW. Läßt man diese Linie nach NW weiter laufen, so trifft sie nach 0.8 Leugen (keltischen Meilen) exakt auf den Grabhügel von Moncor.

- Die erwähnte Erdburg im Pérolles-Wald in Freiburg liegt genau östlich des Grabhügels von Moncor, also auf einer Ost-West-Linie in 1 2/3 Leugen Entfernung!

Die Gegend von Moncor und Villars-sur-Glâne ist heute zu einer fast gänzlich überbauten Stadtlandschaft aus Wohnbauten, Industrieansiedlungen, Einkaufszentren und Verkehrsflächen geworden. Man hat Mühe, sich inmitten der modernen Banalität in die Geheimnisse der Vorzeit einzufühlen.