Grimmenstein bei Wynigen (Bern)

Eine gewaltige Burganlage östlich von Wynigen im Emmental

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Grimmenstein bei Wynigen BE: Burghügel mit Vorhof (links). Ansicht von Norden.

Foto: Markus Schilt, 30.1.2011

Grimmenstein bei Wynigen BE: Der Felspfeiler im SW des Burghügels. Ansicht von Süden.

Foto: Markus Schilt, 30.1.2011

Grimmenstein bei Wynigen: Letzte Mauerreste auf dem Burghügel

Aufnahme: Autor, 26.10.2008


Gegen Nordosten ist der Burghügel durch einen tiefen Graben, einen steilen, gut erhaltenen Wall (siehe Foto) und einen weiteren Graben geschützt.

 

Burgstelle Grimmenstein bei Wynigen: Blick auf den Abschnittswall im Nordosten des Burghügels

Aufnahme: Autor, 26.10.2008


 

Burgstelle Grimmenstein bei Wynigen: Der Felspfeiler im Südwesten des Burghügels

Aufnahme: Autor, 26.10.2008


Der Felspfeiler von Grimmenstein. Ansicht von SW.

Foto: Markus Schilt, 2010


Grimmenstein: Der Graben zwischen dem Burghügel und dem Vorhügel im SW. Ansicht von NW. Links erkennt man den markanten Felspfeiler

Foto: Markus Schilt, 2010


Grimmenstein: Plan von Bendicht Moser, um 1920

Wie alle Moser-Pläne ist diese Schraffenskizze mehr von historischer Bedeutung. Heutigen Ansprüchen genügt er nicht mehr.


Die Burgstelle Grimmenstein befindet sich 2 km östlich von Wynigen auf einem langgezogenen, felsigen und bewaldeten Grat, der nach Südwesten gegen das Tal des Kappelenbachs gerichtet ist.

Zentraler Teil der Burganlage ist ein überhöhter Burghügel. Dieser trug einst einen gemauerten Turm von etwa 6 x 8 Metern.

Umgeben war der Turm von einem niedrigeren Plateau auf drei Seiten (ausgenommen gegen Südosten, gegen das Felsband hin).

Geringe Mauerreste sind unterhalb der Höhe des Burghügels gegen Nordwesten auszumachen (siehe Foto). Man darf eine Art Zugangszwinger vermuten.

Gegen Südwesten fällt der Burghügel ebenfalls in einen Graben (?) ab.

Darauf folgen ein offenbar teilweise zerstörter Wall (?) und ein weiterer tiefer Graben und ein äußerer Hügel als Vorwerk.

Interessant ist bei dem teilweise zerstörten Wall gegen Südwesten ein deutlich bearbeiteter massiger Felspfeiler (siehe Fotos). Dessen Funktion ist heute nicht mehr zu bestimmen. - Vielleicht diente er als Träger für einen Holzsteg, der die beiden anliegenden Gräben überspannte.

Grimmenstein stellt eine gewaltige Burganlage dar. Der Burghügel ist gegenüber den anliegenden Grabensohlen um etwa 10 - 20 m überhöht. Und der nordöstliche äußere Halsgraben stellt in seiner imposanten Größe fast mehr eine Schlucht, denn einen Burggraben dar.

Bemerkenswert ist auch, daß sowohl der erste nordöstliche Wall mit dem Burghügel durch einen Verbindungswall verbunden ist. Und der äußere Graben gegen Nordosten führt zur Längsseite in einem Winkel. - Vielleicht gab es auch dort einen Zugang zur Befestigungsanlage.

Zusammenfassend kann gesagt werden: Grimmenstein ist von seiner Grundstruktur - der Aneinanderreihung von Burghügeln auf einem felsigen Grat - einsichtig.

Unklar wird immer die Struktur der gemauerten Anlage auf dem zentralen Burghügel sein.

Auch die Funktion des markanten Felspfeilers im SW bleibt ein Rätsel.

Der Ortsname Grimmenstein

Der Ortsname GRIMMEN enthält hebräisch GER, Mehrzahl GERIM > GRIM = was Pilger bedeutet.

War Grimmenstein vielleicht ein altchristlicher Wallfahrtsort?

Den gleichen Ursprung hat auch GEREN-Stein (Geristein)

Vergleiche dazu den Artikel: Geristein - Elefant - Pilger - Bern


NB: Es gibt auch eine Festung Grimmenstein bei Gotha in Thüringen.

In der Ostschweiz gibt es ein Kapuzinerinnenkloster Grimmenstein. Dieses ist eine innerrhodische Enklave im Kanton Appenzell Ausserrhoden dar!


Plan von Grimmenstein

Erstellt in den 1990er Jahren. - Äquidistanz der Höhenkurven: 2 m