Freiburg im Üechtland – Fribourg en Nuithonie

Historische und kunsthistorische Dinge richtiggestellt.

Questions historiques et artistiques importantes à poser.


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Motto:

"frech - froh - frei-Burg"


Vergleiche auch den Artikel des Autor: Manifest der Geschichts- und Chronologiekritik (2016)

Cf. l'article de l'auteur : Manifeste du récentisme historique (2016)


Freiburg-Fribourg: Die Galtern-Vorstadt, von der Zähringer-Brücke (Pont de Zaehringen) aus gesehen

Oben links der Rote Turm (Tour Rouge), oben rechts der Dürrenbühl-Turm (Tour de Durrenbuhl), links der Saane (Sarine) die Galtern-Vorstadt (Faubourg de Gottéron) mit dem Bern-Tor (Porte de Berne) und dem Katzenturm (Tour des chats). - Der Galtern-Graben wird von der Galtern-Brücke überspannt. - Die gedeckte Bern-Brücke (Pont de Berne) verbindet die Galtern-Vorstadt mit der Basse-Ville.

Foto: 8.7.2012


Wie über alle Städte und Länder, so erzählen offizielle Historiker, Kunsthistoriker, Archäologen und Geologen auch über Freiburg (Fribourg) in der Schweiz eine Menge unsinniger Dinge über die Geschichte und die Bauten der Stadt.

Nachfolgend sollen ein paar solche absurde Behauptungen geradegestellt werden.

Comme partout, historiens, historiens d'art, archéologues et géologues raccontent des abbérrations sur les origines et l'âge de la ville de Fribourg, sur celui de ses monuments et oeuvres d'art.

Ici on conteste leurs fausses données historiques.


Blick auf Freiburg - Fribourg von der Loretto-Kapelle aus

Infrarot-Foto des Autors vom Sommer 1971


Wann wurde Freiburg im Üechtland gegründet?

Quand Fribourg a-t-il été fondé ?

Überall hört man, die Stadt sei „1157 nach Christus“ gegründet worden.

Das Datum ist reiner Unfug: Von der „mittelalterlichen“ Stadt hat vor vielleicht 300 Jahren noch kein Stein bestanden.

Die alten Chroniken nennen übrigens 1179 AD als Gründungsdatum. – Das ist natürlich auch eine Phantasiezahl. – Aber die Alten wußten dies. Ihre Zahlen sind als Sinnzahlen zu verstehen – so wie etwa die Zahl 666 in der Bibel.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts glaubte ein superkluger Historiker (Pierre de Zurich), er müsse Freiburg älter machen. Also fand er heraus, daß Freiburg in Urkunden „1156“ noch nicht, „1158“ aber wohl genannt wird. – Das ist unsinnige historische Kriminalistik.

Wie alle „mittelalterlichen“ Städte ist Freiburg vielleicht vor 290 oder 280 Jahren entstanden. - Die Stadt wurde in wenigen Jahrzehnten aufgebaut und erweitert - nicht in Jahrhunderten.


Weshalb hat das Wappen der Stadt Freiburg drei Türme?

Pourquoi l'armoirie de Fribourg contient-t-elle trois tours ?

Die drei Türme symbolisieren Troja. Freiburg wollte sich wie fast alle alten Städte als ein festes Troja sehen.


Ist Freiburg eine Zähringer Stadt?

Fribourg est-il une fondation des ducs de Zaehringen ?

Die Zähringer sind selbstverständlich pseudohistorische Schiessbudenfiguren, haben keinen Anklang an die Wirklichkeit.

In Historische Denkmäler in der Schweiz (2015) analysiere ich die Gestalt des Zähringer-Herzogs. Diese geht auf den griechischen Orion und den biblischen Nimrod zurück. Beide waren grosse Krieger und Städtegründer.

Übrigens geht der Name Berchtold zurück auf lateinisch LIBERTATEM, libertas = Freiheit.

Die Berchtolds gaben der Sage nach den Städten Freiburg und Bern die Freiheit.


Wie steht es mit den angeblichen Gründungsdaten von Freiburg, "1179" (und "1157")?

Fribourg, a-t-il été fondé en "1179" (ou en "1157") ?

Aus geschichts- und chronologiekritischer Sicht sind beide Daten natürlich absurd: Es gab damals noch keine menschliche Kultur, keine Zeitrechnung, keine Schrift.

Die ältesten Chroniken (etwa ab 1750 entstanden) nennen als Gründungsdatum von Freiburg das Jahr 1179. - Wie alle alten Daten ist das keine reale, sondern eine Sinnzahl.

Anders steht es mit "1157": Da glaubte vor fast hundert Jahren ein superkluger Freiburger Geschichtsforscher, der Graf von Zürich (Pierre de Zurich), er könne anhand von Urkunden das exakte Gründungsdatum der Stadt bestimmen. - Das war ein kolossaler Unsinn. Nichtsdestoweniger beten Historiker und Politiker heute die unsinnige Jahrzahl 1157 an.


Wie sind die Ähnlichkeiten zwischen Freiburg und Bern zu erklären?

Comment s'expliquent les ressemblances entre Fribourg et Berne ?

Freiburg hat tatsächlich grosse Gemeinsamkeiten mit Bern in der Form seiner Stadtstruktur. Aber deswegen Herzöge von Zähringen zu bemühen und die beiden Orte als "Zähringerstädte" zu bezeichnen, ist blanker Unsinn.


Ist Freiburg ein ursprünglicher Stand oder Kanton der Eidgenossenschaft?

Fribourg, est-il un vieux canton dans la Confédération helvétique ?

Freiburg war wir Solothurn ursprünglich kein selbständiger Stand, sondern mit Bern verbunden.

Freiburg und Solothurn verdanken wie die Innerschweizer Kantone und Glarus ihre Existenz und ihr katholisches Bekenntnis einem französischen Diktat über die Eidgenossenschaft. - Aber darüber schweigt sich die verfälschte Geschichtsüberlieferung aus.

Und ursprünglich war auch Freiburg wie Solothurn und die Innerschweiz ein reformierter Stand, wie die ganze alte Eidgenossenschaft.

Das katholische Bekenntnis wurde Freiburg aufgezwungen.


Wie ist der Name Freiburg - Fryburg zu erklären?

Comment le nom de Fribourg s'explique-t-il ?

Fribourg bedeutet freie Burg und gleichzeitig Friede-Burg, Burg oder Stadt des Friedens.

Deshalb siedelte man nach den legendären Burgunderkriegen in Fryburg - Friedeburg einen Friedenskongress an ("1476").

Auch "1516" sollen in Fryburg Friedensverhandlungen stattgefunden haben.


Was kann man aus der Form der Ringmauern und der Begrenzungen des alten Freiburg - Fryburg herauslesen?

Le périmètre de l'ancienne ville de Fribourg avec ces remparts qu'est-ce qu'il nous révèle ?

Der Verlauf der Ringmauern und der Stadtbegrenzungen der Altstadt von Freiburg - Fribourg (beidseits der Saane - Sarine)

Skizze: Autor, auf der Grundlage eines Plans in der Burgenkarte der Schweiz


NB: Der Plan ist hier der besseren Verständlichkeit halber um 180° gedreht.

rot: Die Ringmauern und die Stadtbegrenzungen Freiburgs links der Saane.

blau: Die Ringmauern und die Stadtbegrenzungen Freiburgs rechts der Saane.


Die Form der Stadtbegrenzungen Freiburgs links der Saane (rot) stellt eine TAUBE dar: Es ist die (christliche) Friedenstaube. Damit wird auch der Name der Stadt (FRIEDE-Burg) erklärt.

Die Form der Stadtbegrenzungen Freiburgs rechts der Saane (blau) stellt einen FISCH dar: Der Fisch ist ein Symbol für Christus. Und damit erklärt sich, weshalb die alten Chronisten betonten, Freiburg habe einen eigenen Fischmarkt besessen.


Anmerkung: Bilder in den Grundrissen von Burgen und Städten nennt man wissenschaftlich Urbanoglyphen:

Vergleiche auch eine Erdzeichnung (Geoglyphe) in der Umgebung von Freiburg:

Die Erdzeichnung von Pi Tor (Pi Tord) oder Les Noutes bei Marly FR


Weshalb ist die Handfeste von Freiburg von 1249 falsch?

La Handfeste de Fribourg de 1249 ainsi que le traité de Fribourg de 1516 sont-elles fausses ?

Urkunden sind wertlose pseudohistorische Dokumente, erst ab etwa 1750/60 verfaßt. - Die ältesten Chroniken wissen nichts von einer Handfeste für Freiburg. - Die offiziellen Historiker jedoch beten Urkunden wie Reliquien an. Kein Wunder: Damit glaubt man, entfernte Zeiten und erdichtete Geschehnisse notariell beweisen zu können.

Das gilt auch für die Handfeste = eine Aufzeichnung über die Stadtrechte von Freiburg

Die Handfeste von Freiburg von "1249" hat einen Geschichtsschreiber namens Guillimann oder Techtermann als Verfasser.

Vergleiche auch den Artikel: Die Handfeste von Freiburg - eine wertlose Geschichtsquelle

Die offiziellen Historiker haben über die Freiburger Handfeste 2003 ein eigenes Buch veröffentlicht. Darin stösst man sich schon an der unmöglich gewundenen, fast unverständlichen Sprache, mit denen diese Leute die Urkunde beweisen wollen.

Hier ein kleines Beispiel:

Diese an Gewißheit grenzende Vermutung wirft das Problem von entstehungsgeschichtlich zu unterscheidenden Textschichten auf, dessen Beantwortung freilich angesichts der Quellenlage nur in groben Zügen und hypothetischerweise möglich ist.

(Handfeste, 2003; 19)

Wer solche sprachlichen Monstrositäten von sich gibt, beweist das Gegenteil der gemeinten Absicht: Die Handfeste von Freiburg "1249" ist nicht eine Geschichtsquelle, sondern ein Erzeugnis der städtischen Geschichtsfälschung.

Eine der beiden Ausfertigungen des Friedensvertrages (Paix perpétuelle) von "1516"

Eine Ausfertigung ist lateinisch, die andere deutsch verfasst.

Die Urkunde ist mit 19 (!) Siegeln behangen.


Das Gleiche gilt von dem angeblichen Friedensvertrag zwischen Frankreich und der alten Eidgenossenschaft, abgeschlossen in Freiburg "am 29. November 1516".

Mit grossem wissenschaftlichem und politischem Pomp wurde im November/Dezember dieser angebliche Friedensvertrag gefeiert. - Kritische Einwände gab es wie üblich keine. Die Wissenschafter sind alle gleichgechaltet.

Schon gesagt wurde, warum dieser Friedensvertrag angeblich in Freiburg - Frybourg abgeschlossen wurde: Freiburg ist die Friede-Burg.


Welches sind die ältesten Teile von Freiburg?

Quelles sont les parties les plus anciennes de Fribourg ?

Der älteste Teil der Stadt war die ehemalige Burg an der Stelle des heutigen Rathausplatzes. Dort stand ein gewaltiger rechteckiger Donjon, die sogenannte Tour d’Autriche, umgeben von einer Ringmauer und einem Graben.

An die Burg schloß sich als älteste Stadt das heutige Burg-Quartier an. – Die übrigen Teile der Stadt (Oberstadt mit Rue de Lausanne und Rue de Romont und Murtengasse, sowie die niederen Teile (Neuveville, Basseville, Galtern-Vorstadt, aber auch der Hügel von Montorge mit der Porte de Bourguillon) folgten später.

Doch auch der Hügel von Saint-Michel war sicher Teil der ältesten Anlage.

Die gesamte Altstadt von Freiburg hat innerhalb von wenigen Jahrzehnten die Ausdehnung erreicht, die sie vor 1798 hatte.


Ist die Liebfrauenkirche (Eglise de Notre-Dame) die älteste Kirche Freiburgs?

 Le sanctuaire le plus vieux de Fribourg est-il l'église de Notre-Dame ?

Die Liebfrauenkirche in ihrem ältesten romanischen Bestand war älter als die Burg-Stadt. Das Gotteshaus stand nämlich jenseits des alten Stadtgrabens, des Grabensaal.

Freiburg - Fribourg: Die Liebfrauenkirche (Eglise Notre-Dame)

Foto: Autor, 3.3.2013


Wurde mit dem Bau der gotischen Kathedrale von Freiburg vor über 700 Jahren begonnen?

La construction de la cathédrale a-t-elle débutée il y a 700 ans?

Fribourg - Freiburg: Turm der Kathedrale - tour de la cathédrale

Photo: Autor, 5-12


Über den Kathedralbau und die Gotik erzählen Historiker und Kunsthistoriker den größten Unsinn.

Die Gotik habe „vor 750 Jahren begonnen und über ein halbes Jahrtausend gedauert“.

Mit dem Bau des Münsters von Freiburg habe man „1290“ begonnen und diesen bis „1630“ fortgesetzt. – Im Jahre „1512“ soll das Domkapitel St. Niklaus gegründet worden sein.

In Tat und Wahrheit begann der gotische Stil etwa um 1740 und dauerte kaum zwei Generationen.

Und an den Kathedralen wurde nicht Jahrhunderte gebaut, wie uns die Geschichtsprofessoren vorlügen. – Die Alten haben diese großen Bauten in vielleicht 10 – 15 Jahren hochgezogen.

Also war das Bauwerk um etwa 1760 vollendet.

An der Kathedrale wird ständig für teures Geld restauriert. - Auch Stein hat nur eine begrenzte Lebensdauer. Die Behauptung eines über 500-jährigen Bauwerks ist ein blanker Unfug.

Eine wichtige Anmerkung:

Die Kathedrale wurde nachträglich und recht gewaltsam in den schon bestehenden Plan des Burg-Quartiers eingefügt. Der ursprüngliche Stadtgrundriss kann deshalb nicht mehr ganz rekonstruiert werden.


Weshalb kann Mauerwerk aus Mörtel nur ein gewisses Alter haben?

Pourquoi les murs en ciment n'ont-ils qu'un âge limité ?

Mauerzug in der Galtern-Vorstadt in Freiburg - Fribourg: Die Mauer ist wohl kaum 200 Jahre alt. Der Mörtel widersteht interessanterweise besser der Erosion als der Sandstein.

Am Anfang der menschlichen Kultur gab es nur Trockenmauern. - Das Bindemittel Mörtel oder Zement mußte zuerst erfunden werden. - Vor etwa 350 Jahren gab es sicher noch kein solches Mauerwerk. Also haben alle gemauerten Bauten eine Altersgrenze, die nicht zu unterschreiten ist.


Stammen die Stadtmauern und Wehrtürme von Freiburg aus dem Mittelalter?

 Les remparts et les tours de défense de Fribourg datent-ils vraiment du moyen âge ?

Stadtmauer in versetzter Struktur mit Ecktürmchen beim Murtentor in Freiburg

Man achte auf die Schiessscharten in Form von liegenden Ovalen. Diese sind wie die Erker erst nach der Einführung der Feuerwaffen möglich. - Ebenfalls spricht der doppelt versetzte Mauerzug für eine späte Entstehung. - Auch die Ausführung der Mauern in Sandstein war am Ursprung des "Mittelalters" unüblich.

Dieser Teil der Ringmauer ist kaum vor 1770 entstanden.

Aufnahme: Autor, 7.2012


Freiburg - Fribourg gehört zu den Städten, bei denen sich die Stadtmauern mit ihren Toren und Türmen zu einem großen Teil erhalten haben. Nur in der Oberstadt sind - außer der Tour Henri - die Wehrmauern niedergelegt.

Doch die heute erhaltenen Stadtmauern hatten mehr die Funktion einer Zollmauer. Sie sollten das städtische Zoll-Gebiet schützen. - Die Wehrfunktion war nur mehr bedingt da. - Als die heutigen Mauern gebaut wurden, gab es bereits Schießpulver und Feuerwaffen. Diese machten hoch aufragende Wehrmauern und Türme militärisch wertlos.


Gab es in Freiburg einen Österreicher-Turm?

Y avait-il une Tour d'Autriche à Fribourg ?

Die ehemalige Burg mit dem Donjon (Tour d'Autriche) auf dem heutigen Rathausplatz in Freiburg

Skizze: Autor, 2013


Wie in Bern mit der Burg Nydegg, so gab es in Freiburg in seinen Anfängen eine Stadtburg. Von den Anlage sind alle Reste verschwunden. Aber in ungefähr läßt sich die Wehranlage rekonstruieren. Diese war an den südlichen Steilhang angelehnt. Der Burgplatz war auf drei Seiten durch einen Graben vom umgebenden Gelände abgetrennt. Eine Ringmauer mit zwei Türmen auf der Nordwestseite schützten den Platz.

Der zentrale Teil der Burg nahm ein freistehender rechteckiger Donjon mit etwa 3 m dicken Mauern ein. - In Bern-Nydegg wurde ein ähnlicher Wohnturm in seinem Grundriß festgestellt.

Nach der revidierten Chronologie etwa um 1750 wurde die Stadtburg von Freiburg abgetragen und die Gräben gegen Norden und Westen aufgefüllt.

Der Platz wurde - mit Ausnahme des südlich gelegenen Rathauses - nicht wieder überbaut und bildet heute den Rathausplatz (place de l'Hôtel de Ville).

Der Name Tour d'Autriche ist der erfundenen Geschichte geschuldet: Angeblich soll Freiburg eine Zeitlang im Besitz der Habsburger (Österreicher) gewesen sein.

Als Andenken an das ehemalige Stadtschloß heißt das Quartier heute noch Burg-Quartier (quartier du Bourg).


Gibt es in Freiburg eine bisher unbekannte Burgstelle?

Y-a-t-il un emplacement d'un château jusqu'ici inconnu à Fribourg ?

Die Erdburg im Bois de Charmettes, Pérolles-Quartier, Freiburg (Fribourg)

Foto: Autor, 11.1989


Wer glaubt, auf Stadtgebiet könne man schon lange keine Entdeckungen mehr machen, der irrt sich. Ende der 1980er Jahre fand der Autor heraus, daß in einem Waldstück auf dem Gemeindegebiet von Freiburg eine Erdburg verborgen ist.

Die Erdburg liegt hoch über dem linken Saane-Ufer auf einem schmalen Sporn, der vom Pérolles-Plateau nach Osten schaut. Die Örtlichkeit ist bewaldet und bildet einen Teil des Bois de Pérolles oder Bois de Charmettes (Koordinaten: 578880/182920). - Östlich unterhalb geht der bekannte Spazierweg des Chemin Ritter durch und durchsticht den steilen Sporn mit einem in den Sandstein gehauenen Tunnel. - Dieser wurde bekanntlich um 1870 für ein Kraftwerk angelegt.

Die Erdburg im Bois de Pérolles von Freiburg besteht aus einem steilen, rundlichen Burghügel, dem auf der Pérolles-Seite ein halbkreisförmiger Graben und ein Wall vorgelagert ist. Der überhöhte Burghügel, die Motte, hat gegen Osten eine um ein paar Meter niedrigere Fortsetzung.

Vom Typus her ist das Château de Pérolles eine reine Erdburg. - Auf den Wallkronen kann man sich Verhaue oder Zäune als zusätzliche Befestigungen vorzustellen. Auf der Motte stand in der Regel ein von Palisaden umgebener Holzturm.

Der markante, künstlich überhöhte Burghügel ist gut erhalten. Doch für die Anlage einer Stromleitung zwischen Pérolles und der im Saanetal nördlich davon gelegenen Maigrauge wurde der größte Teil des Grabens und des Walles zerstört. Nur am Südende, gegen den Steilhang hin, hat sich ein kurzes Stück Wall erhalten.

Es erstaunt, daß diese deutlich erkennbare Burganlage vorher niemandem aufgefallen ist. - Man kann sich das nur so erklären, daß Forscher nur in Bücher gucken, aber nicht die Landschaft betrachten.

Auch von der oberen Rue des Alpes (Alpenstrasse) ist das Profil der Anlage, besonders in der laublosen Winterzeit, deutlich zu erkennen.

Weil die Erdburg im Pérolles-Wald unbekannt geblieben ist, wurde sie auch nicht verzeichnet. Die Burgenkarte der Schweiz von 2007 kennt das Objekt auch nicht.

Vergleiche auch die Artikel über etliche Burgstellen und Burgruinen im Kanton Freiburg.


Warum gibt es in Freiburg einen Fischmarkt?

Pourquoi Fribourg a-t-il un Marché aux poissons ?

Der Fischmarkt in Freiburg

Der Fischmarkt ist eine axial angelegte zweistufige Terrassenanlage, wobei der obere Teil mit dem Brunnen in der Mitte eine geschwungene Form hat. Die Treppe zur ersten Stufe führt axial zum Platz. Von dort führen zwei Treppen auf jeder Seite zum oberen Platz mit dem Brunnen.

Foto: Autor, 7.2006


Der heutige Fischmarkt ist vielleicht etwa um 1790 anzusetzen. Es ist dies eine repräsentative Platzanlage im barocken oder schon klassizistischen Stil.

Man wisse, dass die heutige Murtenstrasse im Bereich des Marktes nicht existierte. Sie wurde erst gegen die Mitte des 19. Jahrhunderts als zusätzliche Verbindung zwischen dem Ende der damaligen Murtenstrasse und der heutigen Place de la Grenette (Kornhaus-Platz) geschaffen.

Gegenüber dem ursprünglichen Plan hat der Fischmarkt im Laufe der Zeit einige Veränderungen erfahren.

Der heutige Name ist übrigens erst um etwa 1820 bezeugt.

Doch schon der Chronist Guillimann gegen die Mitte des 18. Jahrhunderts (vgl. vom Autor: Beiträge zur Freiburger Historiographie: Guillimann - Alt - Berchtold - Daguet, 2008) spricht merkwürdigerweise von einem Fischmarkt (mercatus piscorum) in Freiburg, ohne den Ort genauer zu bestimmen.

Doch wer die Thematik der Tierfiguren in den Grundrissen alter Städte und Burgen kennt, weiss Bescheid: Freiburg hat den Fisch in seinem Grundriss. Zuerst stellt das alte Burgquartier mit dem ehemaligen Stadtschloss den Umriss eines Fischs dar, wobei der Donjon der Burg das Auge bildete (vgl. den Plan).

Und zusätzlich bildete die Saane und ein Teil der rechtsufrigen Befestigungen ebenfalls einen Fisch (siehe Plan). - Das Felsentor der Galternvorstadt (siehe Abbildung) bildete demnach das Auge eines Fischs.

Der Fisch ist ein ursprünglich christliches Symbol. - Und wie jede Stadt wollte sich auch Freiburg als allerchristlicher Ort präsentieren.


Warum sieht man an der Kathedrale von Freiburg auch ein Wiesel?

Pourquoi une belette se trouve sur la façade extérieure de la cathédrale ?

Figur eines Wiesels (oder eines Eichhörnchens?) an der Kathedrale von Freiburg. Die Figur befindet sich auf halber Höhe der Südwestecke, die dort durch den Anbau der Sakristei gebildet wird.

Freiburg: Das Burg-Quartier (rechts) bildet mit der Unterstadt (Basse Ville) die Figur eines Wiesels (une belette), wobei das Auge des Tiers von der ehemaligen Sankt Johann-Kapelle dargestellt wird.

Auch ein Eichhörnchen lässt sich als Tier-Figur erkennen.

Der Plan ist um 180° gedreht. Norden befindet sich unten.

Plan: Autor, 1.2013


Wie erklärt man die herausragende Bedeutung des heiligen Johannes in Freiburg?

Comment explique-t-on l'importance de Saint Jean le Baptiste à Fribourg ?

 

Brunnen-Figur des heiligen Johannes des Evangelisten auf der Oberen Matte (Planche Supérieure) in Freiburg

Bild: Autor, 5.2012

Neptun ist Gott des Wassers (Saane, Galtern-Tal). - Johannes hat als Täufer eine Beziehung zum Wasser.

Auch ist die Nähe zur Johanniterkomturei (Commanderie de Saint Jean) zu berücksichtigen.


Mit welchem Bauwerk ist die Tour Henri der Stadtbefestigung von Freiburg stilistisch verwandt?

À quel autre monument ressemble la Tour Henri ?

Der Hauptturm der Festung Coucy (Aisne) und die Tour Henri in Freiburg (rechts)

Die Verwandtschaft zwischen der Tour Henri und dem ehemals berühmten Hauptturm der Burg und des Burgstädtchens von Coucy-le-Château (Aisne) ist frappant. Es sind dies Wehrbauten der Gotik.

Der Rundturm von Coucy trug ursprünglich vier Fialen, wie viele gotische Bauwerke.

Der Donjon von Coucy (hier ein koloriertes altes Foto) existiert nicht mehr. Er wurde von den Deutschen 1917 mutwillig gesprengt. - Die Tour Henri der alten Stadtbefestigung von Freiburg steht heute isoliert zwischen dem Bahnhof und der Universität Miséricorde.

Der Name der Tour HENRI ist nicht zufällig: HENRI, Heinrich weist auf INRI, die Abkürzung für den Heiland hin. - Auch ist Henri ein Königs- und Kaisername.

(Die konventionelle Geschichte erklärt den Namen durch Hinweis auf Dokumente, nach denen der Werkmeister des Turms Henri geheissen habe.)


Stammt die berühmte Stadtansicht von Freiburg von Martini-Ansicht wirklich aus dem Jahre 1606?

La fameuse vue de la ville de Martini date-t-elle de l'an 1606 ?

Um 1600 – also vor 400 Jahren – wissen wir noch nichts über die menschliche Kultur. Damals herrschte schwärzeste Geschichtsnacht.

Bildliche Darstellungen von Städten und Landschaften gibt es erst ab einer bestimmten Zeit. – Vor 1750 existieren weder Gemälde, noch Stiche, Zeichnungen.

Die Martini-Ansicht von Freiburg zeigt eine voll aufgebaute Stadt in gotischem Stil, aber noch ohne barocke und klassizistische Elemente.

Der Plan von Martini ist in die 1760er Jahre zu setzen.


Wurde die Villa Poya wirklich „um 1700“ gebaut?

La Villa Poya a-t-elle vraiment été construite vers 1700 ?

Die Villa Poya in Fribourg: Ansicht von Osten, von der Zähringerbrücke aus.

Photo: Autor, 2.5.2013


Die Villa Poya in Freiburg - Fribourg, vom Burg-Quartier aus gesehen. Aufnahme von 1993.

Die Poya-Villa beim Palatinat, außerhalb des Murten-Tors, ist ein typisch klassizistischer Bau, im Stil mehr englisch als französisch. Dieses Herrenhaus ist etwa um das Jahr 1800 oder sogar um 1810 anzusetzen. – 100 Jahre früher ist reiner Unfug!

Die falsche Datierung der Villa Poya ("um 1700") zeigt etwas anderes auf: Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts haben wir keine glaubwürdige schriftliche Überlieferung. – Historiker, welche diese Daten für bare Münze nehmen, gehen den alten Geschichtsfälschern auf den Leim. Diese waren darauf aus, alles älter erscheinen zu lassen als es tatsächlich war.


Stammen alle Statuen der Brunnen von Freiburg von Hans Gieng „um 1548“?

Toutes les statues des fontaines de Fribourg ont-elles été réellement sculptées par Hans Gieng ?

Der Tapferkeits-Brunnen (Fontaine de la Vaillance) vor dem Chor der Kathedrale St. Niklaus in Freiburg - Fribourg

Photo: Autor, 2004

Die städtischen Brunnen können nicht älter sein als die Stadt. - Zählt man von 1548 gute zwei Jahrhunderte dazu, so hat man ein plausibles Entstehungsdatum für die städtischen Brunnen. - Man bedenke, daß auch Stein dem Zahn der Zeit erliegt: Alle städtischen Brunnenfiguren sind mehrmals restauriert worden. - Und heute sieht man überall nur Kopien. Die Originale stehen in Museen.

Selbstverständlich ist der Künstler namens Hans Gieng in die genannte Entstehungszeit zu verschieben.


 Welche Bedeutung hat das große Loch in der Felswand bei der Galternvorstadt, zwischen dem Galternbach und der Saane?

Quelle signification a le grand trou dans la falaise du faubourg du Gottéron ?


Das Felstor in der Galtern-Vorstadt in Freiburg - Fribourg. Ansicht von Süden.

Foto: Autor, 30.12.2015

Das Felstor in der Galtern-Vorstadt in Freiburg. Ansicht von Süden.

Die durch den Zusammenfluß des Galternbachs mit der Saane gebildete schmale und längliche Felsrippe hat eine große, rundliche Öffnung. Diese ist künstlich ausgehauen worden und symbolisiert zweifellos ein Auge.

Es bleibt zu überlegen, welches Tier die Alten hier darstellten. Die Lage am Wasser weist auf einen Fisch hin. Dieses Wassertier findet sich auch im Plan der Stadt (siehe oben).


John Ruskin (1819 - 1900): Blick von Norden auf die Galtern-Vorstadt mit dem Felstor

Mischtechnik ( Feder, Tinte, Wasserfarben, Gouache), 22 x 28 cm; British Museum London

aus: The Pre-Raphaelite Lens. British photography and painting, 1848 - 1875; London 2010, p. 35


Die Genauigkeit in den Details, bei gleichzeitiger großer künstlerischer Ausdruckskraft, verdient hervorgehoben zu werden.


Wieso hat der Hockey-Club Fribourg - Gottéron einen Drachen in seinem Wappen?

Pourquoi le HC Fribourg-Gottéron a-t-il un dragon comme symbole ?

Das Galtern-Tal als wilde Schlucht mit einem gewundenen Wasserlauf wurde von den Alten als Drache angesehen. Der Kopf ist deshalb in der Galtern-Vorstadt zu suchen.

Dort befindet sich auch die Kapelle des heiligen Beat: Dieser Heilige ist ein Drachentöter (vergleiche die alte Verehrung der Beatus-Höhlen am Thunersee).