Diessenberg: eine schwer zugängliche Burgstelle bei Oberdiessbach im Kanton Bern

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Die Burgstelle Diessenberg bei Oberdiessbach im LIDAR-Bild

Hier wurde ein grösserer Ausschnitt des Grats gewählt.

Der Zwingherr, Standort einer verschwundenen Burganlage

Die Burgstelle Diessenberg liegt südlich von Oberdiessbach in jener Gemeinde, auf einem westlichen Grat als Ausläufer der Falkenfluh.

Die Burgstelle, auch Zwingherr genannt, ist von allen Seiten schwer erreichbar.

 Der Nagelfluhkopf als höchster Punkt der Burgstelle hat eine Höhe von 900 Metern ü.M.

Im Westen unterhalb des Felskopfs ist ein dreieckiges Plateau sichtbar. Dieses war mit einer Umfassungsmauer bewehrt. Von dieser sind nur schwache Spuren zu erkennen, doch ist diese durch eine alte Abbildung (Bild) bezeugt. Die Mauer hatte gegen Westen einen vermutlich spitzen Winkel und endete im Norden des Kopfs.

Der Halsgraben gegen Osten hat vom Felskopf aus gerechnet eine Tiefe von 15 Metern.

Gegen Westen fällt das Burgplateau 20 Meter ab. An dessen Fuss liegt ein nach Norden leicht geschwungener Graben.

Der ursprüngliche Zugangsweg zur Burg ist an der Südkante des Burgstocks zu suchen und führte zu dem ummauerten Plateau.


Der Grat von Diessenberg mit der Burgstelle in der Mitte. Ansicht von Südosten.

Foto: Autor, 14.8.2013


Aussicht von der Burgstelle Diessenberg in Richtung Oberdiessbach

Foto: Autor, 1.5.2009


Diessenberg bei Oberdiessbach BE: Blick von der Spitze des Burghügels gegen das spitz zulaufende Plateau im Westen.

Foto: Autor, 14.8.2013

Diessenberg: Nochmals das Plateau gegen Westen


Diessenberg: Sicht von Westen auf den Nagelfluhkopf, die Spitze des Burghügels

Foto: Autor. 14.8.2013

Man erkennt deutlich einen spiralförmig geformten Aufgang zur höchsten Stelle der Burg.


Der steile Burghügel von Diessenberg. Ansicht von Osten.

Foto: Autor, 2009


Vom Typus her zeigt sich Diessenberg durch die Lage auf einem hochgelegenen Ausläufer der Falkenfluh als eine Höhenburg.

Der Name der Burg ist leicht zu deuten: DIESSEN, das ist gleichartig wie DIES-Bach, TESSEN-Berg, TESSIN: TS > TRS = TROS (TROJA) oder TROJANUS. Also ist auch Diessenberg als feste Burg Troja zu verstehen.

Bei dieser Gelegenheit soll nochmals auf die empörende neue Burgenkarte der Schweiz von 2007 hingewiesen werden. Statt präziser Beschreibung der Plätze ist dieses Verzeichnis angefüllt mit irrelevanter Pseudo-Geschichte. Bei Diessenberg liest sich das so:

Geringe Mauerspuren der ehem. Burg der Herren v. Diesbach, erw. 1218, wohl A. 15 Jh. aufgelassen und Verlagerung des Herrschaftszentrums ins Tal.

Andere Pseudo-Historiker wissen sogar von einer Zerstörung der Burg "1331". - Sogar den genauen Tag wollen sie wissen: Es war "der 24. März 1331"!

Lassen wir die alte Geschichte dort ruhen, wo sie hingehört, nämlich im Märchenland!


Ansicht der Burgruine Diessenberg

Aquarell aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts

Die Ansicht ist topographisch ungenau. Sie bestätigt aber, daß die Burg Mauern besaß. Und übereinstimmend mit dem Plan zeigt das Bild eine lange Frontmauer gegen Nordwesten, mit einem stumpfen Winkel gegen Norden (links) und einem angedeuteten spitzen Winkel gegen Westen (rechts).