Das Dalmazi in Bern: Hier ging Jesus Christus an Land

Ein Dalmatien an der Aare und sein geistesgeschichtlicher Hintergrund

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Der Dalmazi-Quai an der Aare in Bern

Aufnahme: Autor, 24.5.1988


Dalmazi an der Aare in Bern

Im Rahmen meiner Ortsnamen-Forschungen, die ich in dem Buch Die Ortsnamen der Schweiz (2016) darlege, wurde ich an den Orts- oder Flurnamen Dalmazi erinnert.

Dalmazi heißt das rechte Aare-Ufer und der westliche Abhang des Kirchenfeld-Plateaus südlich der Altstadt von Bern. - Die Dalmazi-Brücke verbindet heute diese Seite mit dem Marzili links der Aare.

Marzili kommt von AAR-ZIEL. Dort ankerten die Kähne von Thun und den beiden Seen des Berner Oberlands her.

Ausschnitt aus dem General Plan des Amtsbezirks Bern (1819)

Man erkennt in der Mitte die auf die Stadt Bern zufließende Aare. - Das Marzili ist am West-Ufer angegeben. Das Dalmazi  bezeichnet das Ost-Ufer des Flusses, den westlichen Abhang des Kirchenfeld-Plateaus.


Der Ortsname Dalmazi ist durchsichtig: Dahinter muß DALMATIEN, das östliche Küstenland des Adriatischen Meers stecken. - Schon hier bekommen wir einen Fingerzeig: Dem östlichen Meer-Ufer entspricht hier in Bern das Ost-Ufer der Aare. - Das kann nicht Zufall sein.

Die Legende vom venezianischen Söldner

Die Namen der Stadt Bern sind mustergültig zusammengestellt in dem Buch von Berchtold Weber: Historisch-topographisches Lexikon der Stadt Bern (Bern 1976), das auch online verfügbar ist.

Darin wird gesagt, daß 1652 der Name Dalmatien in den Akten auftaucht. Die Bezeichnung sei vermutlich auf einen Rückwanderer aus venezianischen Kriegsdiensten zurückzuführen.

Nun waren die Eidgenossen als Reisläufer bekannt. - Trotzdem befriedigt diese Erklärung nicht.

Da hätte also jeder beliebige ehemalige Söldner im Bernbiet die Namen seiner ehemaligen Dienstländer auf einer Flur hinterlassen können. Eine unglaubwürdige Annahme!

Die Ortsnamen wurden von oben gegeben und kamen nicht - wie es eine romantische Auffassung meinen möchte - von unten und durch Zufall zustande.

Die alte Erwähnung spricht besonders dagegen: In jener Zeit beginnt für uns erst die inhaltlich und zeitlich glaubwürdige Geschichte. - Mit dem Ortsnamen Dalmazi = Dalmatien muß es eine andere, eine religiöse Bewandtnis haben.

Julius Caesar = Jesus Christus

Die erfundene ältere Geschichte vor der Französischen Revolution ist voll von Parallelitäten und Duplizitäten.

Also gibt es zum Beispiel nicht nur einen, sondern über zwei Dutzend Jesus-Figuren.

Doch schon andere habe wenigstens in Ansätzen solche Verdoppelungen und Vervielfachungen erkannt.

Besonders soll hier das geniale Buch von Francesco Carotta: War Jesus Caesar? (München: Goldmann 1999) erwähnt werden.

Carotta weist durch einen minutiösen Vergleich von klassischen und biblischen Texten nach, daß die Jesus-Figur der Evangelien eine fast wörtliche Übersetzung und Mißdeutung der Geschichte von Julius Caesar, dem Begründer des angeblichen "Römischen Reiches" ist.

Ein paar Vergleiche erkennt auch der Laie:

Caesar wirkt in GALLIEN, Jesus in GALILEIA = GALLIA).

Caesar zieht triumphal in Rom ein, Jesus ebenso triumphal in Jerusalem.

Caesar fällt einem Mordkomplott zum Opfer, Jesus einer ebensolchen Verschwörung.

Caesar wird durch eine Stichwaffe getötet, Jesus ebenso.

Caesar segelt von Italien über das Meer nach Dalmatien = Jesus segelt über das Meer nach Dalmanutha

Um die Anhänger seines Rivalen Pompejus zu besiegen, schifft sich Julius Caesar mit seinem Heer in Brindisi ein und landet an der östlichen Küste der Adria in Albanien oder DALMATIEN.

Das Gleiche tut Jesus. Nachdem er mittels einer wunderbaren Brotvermehrung viertausend Leute gesättigt hat, zieht Jesus mit einem Schiff in den Osten:

Und alsbald stieg er (Jesus) mit seinen Jüngern ins Schiff und kam in die Gegend von DALMANUTHA (Markus, 8, 10).

Einen Ort namens Dalmanutha gibt es im angeblichen Heiligen Land nicht. - Das beweist, daß hier eine Sinngeschichte erzählt wird und die Vorlage von Julius Caesar genommen wurde.

So wie Caesar über die Adria segelt, so der Vogt Gessler mit seinem Gefangenen Tell über den Vierwaldstättersee nach Gersau. Die Tellen-Geschichte ist in Bern erfunden worden. - Auch von dort ergeben sich also Fingerzeige für die alte Bedeutung von Dalmazi - Dalmatien.

Vergleiche den Artikel: Wilhelm Tell - ein Jesus-Mörder.

Die Aar(e) als heiliges Gewässer, das Marzili und das Dalmazi

Aus solchen Geschichten wurde im 18. Jahrhundert Geschichte geformt, die wir paradoxerweise noch heute für glaubwürdig halten.

Dabei wußten die Geschichtenerzähler und Geschichtserfinder was sie schrieben. Sie wollten Erbauungsliteratur, religiöse Legenden bringen, nicht wahre Geschichte darstellen.

Wo ein Name DALMATIEN hingesetzt wurde, hatte dies einen religiösen Hintergrund. Man wollte damit einen Bezug zur Evangeliengeschichte herstellen.

Für Bern, das Marzili und das Dalmazi ist die Geschichte etwa so zu rekonstruieren:

Im Aarziel (Marzili) landeten die Schiffe. Ein solches Fahrzeug hatte auch eine Heils-Bedeutung. Auch Jesus, beziehungsweise Caesar, kamen mit einem Schiff an, um ihre segensreiche Tätigkeit auszuüben.

Der Lande-Ort der Kähne südlich der Stadt, das Marzili, liegt am westlichen Ufer der Aare. Gleich gegenüber, am Ost-Ufer liegt Dalmatien, das heutige Dalmazi.

Gibt es eine schönere Art, um einem gewöhnlichen Lande-Platz für Schiffe eine religiöse und christliche Aura zu verleihen?

Bern legte am Anfang der Geschichte großen Wert darauf, ein rechtgläubiger Ort zu sein.

Sogar einen eigenen Jesus legte sich Bern zu. Es ist dies der Mönch (und spätere Papst Gregor VII.) HILDEBRAND. - Dieser weilte gemäss der Sage im Jahre des Heils "1076" für einige Monate im neu gegründeten Kloster Rüeggisberg auf dem Längenberg südlich von Bern.

Vielleicht ist Jesus = Hildebrand nach seinem Aufenthalt in Rüeggisberg mit einer Barke auf der Aare in Dalmatien am Fuße der ruhmreichen Stadt Bern gelandet.

Vielleicht wartet heute noch ein gläubiger Mensch auf einer Ruhe-Bank am Dalmazi-Quai an der Aare in Bern auf die Wiederkunft Jesu!

8.7.2004/2013/2016