Chillon: Der Plan enthält ein Auge

Das bekannte Schloß Chillon bei Montreux VD am Genfersee zeigt in seinem Plan ein verblüffendes Vexierbild.


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Schloß Chillon

Farbstiftzeichnung des Autors, 1988


Figürliche Darstellungen in den Plänen alter Städte und Burgen

Seit langem ist bekannt, daß in den Plänen von alten Strukturen astronomische Orientierungen enthalten sind.

Erst seit kurzem erkennen Forscher in den diesen Plänen auch figürliche Darstellungen. - Aber das ist eigentlich logisch. Denn wenn Sternbilder, zum Beispiel der Grosse Bär oder Grosse Wagen in einem Stadtbild zu erkennen sind, so sollte man auch einen Bären oder einen Wagen herauserkennen.

Sehr verdient hat sich um solche Figuren in Stadtbildern, sogenannte Urbanoglyphen Herr Herwig Brätz aus Rostock gemacht. Man lese etwa sein Buch Schwan der Ostsee, Dort staunt man, was für Bilder man aus unscheinbaren Stadtplänen herauslesen kann.

Ich selbst habe im Plan der Stadt Bern einen Wagen (das Sternbild des Grossen Wagens) und einen Bären erkannt.

Schloß Chillon - viel besucht, viel abgebildet, kunsthistorisch vollständig analysiert

Das Schloß Chillon am Genfersee, gleich oberhalb von Montreux, in der Gemeine Veytaux gelegen, ist weltbekannt.

Angeblich hätte dort der Genfer Historiograph François Bonivard während vier Jahren in Ketten geschmachtet, bis ihn – welch ein Glück zur richtigen Zeit – „1536“ die Berner anläßlich der Eroberung der Waadt befreiten.

Aber dieser Bonivard ist eine barocke Gestalt, etwa um 1770 geschaffen. – Es gab nie einen Gefangenen in Chillon. Doch Lord Byron schrieb später darüber sein bekanntes Gedicht The prisoner of Chillon.

Der Maler Gustave Courbet bildete es in einer ganzen Reihe von Gemälden ab.

In einem Schweizer Landschaftskalender gehört Chillon zum Repertoire.

 Und selbstverständlich ist das Schloß eine Touristenattraktion ersten Ranges. 2018 besuchten über 400'000 Personen den Ort.

Daß die Kunstgeschichte die Burg Chillon - ein ehemaliger bernischer Landvogteisitz - ebenfalls gebührend analysiert hat, braucht kaum besonders erwähnt zu werden.

Aber haben alle Wissenschafter und Touristen bei der Betrachtung von Chillon nicht ein wesentliches Merkmal übersehen? - Wir in unserer Kultur sind nämlich dazu erzogen worden, das Naheliegende, das Augenfällige zu übersehen.

Schloß Chillon am Genfersee: Luftbild

Das Auge von Chillon

Quelle: Prospekt über Schloß Chillon


 

Plan von Schloß Chillon

Quelle: Bitterli-Waldvogel, Thomas: Schweizer Burgenführer; Basel/Berlin 1995


Die Figur in Chillon

Selbstverständlich stammt das Schloß Chillon nicht aus einem legendären „Mittelalter“. Es ist weniger als drei Jahrhunderte alt.

Und in die Anlage ist deutlich eine Figur hineingearbeitet - wie in den meisten Burgen.

Das Luftbild und vor allem der Plan lassen in dieser Inselburg eine deutliche Figur erkennen: ein Auge.

Wir denken an das ägyptische Auge des Horus. Doch dieses Sehorgan findet sich in vielen Burgen und vorgeschichtlichen Erdwerken.

Der Autor erwähnt hier die grosse Anlage von Châtillon, westlich von La Sarraz.

Der Ortsname Chillon

Schloß Chillon erfreut tatsächlich durch seine augenfällige Schönheit in der reizvollen Landschaft am oberen Genfersee bei Montreux.

Sinnigerweise führt auch die Etymologie des Burgnamens zu einer ähnlichen Feststellung:

CHILLON ist zurückzuführen auf lateinisch OCULUM, oculus = Auge.

Die Envokalisierung ergibt bei oculum die drei Konsonanten CLM.

Der Anfangslaut C wurde zu dem Zischlaut CH, also CH L M > CH L N. Die Revokalisierung im Französischen ergibt mühelos CHILLON.

Vergleiche vom Autor: Die Ortsnamen der Schweiz (2019)